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Flugplatzpension in Stendal will endlich landen

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Von: Marco Hertzfeld

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Ein alter Weg aus Betonplatten auf das Flugplatzgelände ist durch Zaun und Tor versperrt.
Ein alter Weg aus Betonplatten nahe der Osterburger Straße in Borstel bietet eine bessere Anbindung zur geplanten Pension als der Favorit der Stadtverwaltung. So sieht es nach wie vor zumindest der Ortschaftsrat. © Marco Hertzfeld

Das Flugplatzgelände in der Stendaler Ortschaft Borstel ist nicht mehr allein für Fluggeräte da. Ein Investor will aus der früheren Flugleitung eine Pension machen. Ein passender Weg dorthin fehlt nach wie vor. Der Ortschaftsrat macht sich erneut stark dafür.

Borstel – Hinsichtlich einer zumindest provisorischen Zufahrt für eine Pension am Flugplatz Borstel will der Ortschaftsrat ganz offensichtlich die Schlagzahl erhöhen. Die Verwaltung soll bis spätestens 30. April eine solche Zuwegung schaffen lassen. Zudem möge ein Bebauungsplan für einen künftigen Industrie- und Gewerbepark bis zum 30. September vollendet werden. Ein entsprechender Beschlussvorschlag des Borsteler Ortschaftsrates liegt dem Stendaler Stadtrat für den 21. Februar vor. Zur Erinnerung: Ein altmärkischer Investor hat die frühere Flugleitzentrale auf dem weitläufigen Gelände saniert und möchte dort eine Pension eröffnen. Auf welchem Wege Mitarbeiter und Gäste einmal dorthin gelangen sollen, darüber läuft die Diskussion nun bereits seit längerer Zeit.

Beschlusspapier für Februar vorgelegt

Die Verwaltung habe einen Stadtratsbeschluss aus September 2020 einfach nicht umgesetzt, nach wie vor fehle eine öffentliche Zuwegung und der B-Plan werde nur schleppend bearbeitet. Nach wie vor sei zwischen allen Beteiligten „keine einvernehmliche Lösung erzielt“ worden, heißt es im Papier für Februar 2022, das von Ortsbürgermeister Karl-Heinz Krause unterzeichnet ist. Eine Pension erhöhe „wesentlich die Attraktivität des Fluglandeplatzes mit dessen Einrichtungen und hat das Potenzial, zu einem touristischen Highlight der Region zu werden.“ Mit der fehlenden Unterstützung für den Betreiber, so die Borsteler, sende die Stadt „ein fatales Signal im Umgang mit zukünftigen Investoren“ aus. Stendal setzt auf die Zugkraft der Autobahn 14, die 2027 komplett sein soll.

Krause: Plattenpiste einfach fortführen

Der Investor habe das Grundstück 2017 von der Hansestadt erworben. Damals gab es demnach noch verschiedene Vorstellungen zur zukünftigen Nutzung der alten Flugleitzentrale. Der Investor habe der Stadt ein Denkmal erhalten und ihr Abrisskosten von wenigstens circa 200.000 Euro erspart, heißt es. „Wirtschaftliche Aspekte führten dazu, dass er 2019 bei der Stadt nunmehr die Nutzung der Liegenschaft für eine Pension beantragt hat.“ Dazu benötige er die öffentliche gesicherte Zuwegung, ein Rechtsanspruch darauf bestehe nicht. „Dies ist dem Investor auch bewusst, er hatte aber auf größere Unterstützung seitens der Verwaltung insbesondere beim Planungsrecht gehofft.“ Die Pension sei so gut wie fertig, wollen Ortsbürgermeister Krause und Mitstreiter wissen.

Unterstützer sehen Amtsversäumnisse

Der Aufwand für eine provisorische Straße mit circa vier Meter Breite, Wende- und Ausweichstelle werde vom Tiefbauamt mit etwa 38.000 Euro geschätzt und wäre nur für den Betrieb der Pension notwendig. Der Investor wäre laut Ortschaftsrat bereit, die Pflege und Wartung zu übernehmen sowie das Freischneiden der Trasse. Allein das Freischneiden von Grünzeug an der provisorischen Straße erspare der Stadt Kosten von wenigstens circa 4000 Euro im Jahr. Der Investor würde eine privatrechtliche Vereinbarung mit der Stadt abschließen oder auch andere Übereinkommen, die notwendig für eine Genehmigung der Pension seien. Die provisorische Zufahrt soll vom Ende des mit Betonplatten ausgebauten Weges an der Osterburger Straße bis zur Pension reichen.

Die von der Verwaltung favorisierte Variante, eine mehrere Hundert Meter lange Schotterstraße, sehe weiteren Waldkauf vor, heißt es. Dies habe der Ortschaftsrat abgelehnt, einen Stadtratsbeschluss dazu gebe es auch nicht. 2019 habe die Stadt für die im B-Plan-Entwurf vorgesehenen Flächen der öffentlichen Erschließung eine Nutzungsänderung bei der Kreisnaturschutzbehörde beantragt. Nach Genehmigung und Abholzung werde die Trasse nun zweimal im Jahr freigeschnitten, Kostenpunkt: circa 6000 Euro. „Ein Sinn ist darin nicht zu erkennen, da die ordentliche öffentliche Erschließung überhaupt nicht in Sicht ist.“ Und: Der Landkreis habe signalisiert, dass eine weitere Waldumwandlung nicht genehmigungsfähig sei, sofern es Alternativen gebe. Für die Borsteler ist das die provisorische Zufahrt.

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