Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Arztmitarbeiterin und die Käufer

Stendal: Impfausweise im größeren Stil gefälscht

Coronavirus - Digitaler Impfausweis in der Apotheke
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Eine zwei- oder dreistellige Zahl Impfausweise soll im Raum Stendal gefälscht worden sein.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Zwei- oder dreistellige Fallzahl: Die Mitarbeiterin einer Arztpraxis im Raum Stendal soll Impfausweise gefälscht und verkauft haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Stendal – Corona hat seine ganz eigenen Kriminalfälle. Eine Mitarbeiterin einer Arztpraxis im Stendaler Raum soll in größerem Umfang Impfausweise gefälscht und veräußert haben. Entsprechende Informationen der AZ hat Thomas Kramer, Sprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigt. Die Ermittlungen gegen die Frau laufen dieser Tage und könnten auch noch länger anhalten. Im Fokus der Behörden stehen zudem die Abnehmer der Dokumente. „Momentan reden wir bereits über eine Zahl im zweistelligen Bereich, am Ende könnte durchaus die dreistellige Marke erreicht werden.“

Ins Detail gehen kann und will Kramer nicht. Umschreiben lässt sich der Fall wie folgt: Einer anderen Mitarbeiterin soll das Nebengeschäft der Kollegin aufgefallen sein. Misstrauisch geworden, informierte sie den gemeinsamen Chef, einen Allgemeinmediziner. Und dieser wiederum soll nicht lange gefackelt und die umtriebige Angestellte angezeigt haben. Zuletzt hatten sich Meldungen über gefälschte Impfausweise republikweit gehäuft. Einen nachweisbaren Fall und schon gar nicht in dieser Dimension hat es laut Kramer im Zuständigkeitsbereich der Stendaler Staatsanwaltschaft bislang noch nicht gegeben.
 
Impfzertifikate veräußert, Gesundheitszeugnisse verändert, Urkundenfälschung: Bei einer Verurteilung drohen der Frau eine empfindliche Geldstrafe oder sogar Gefängnis. Auch die wahrscheinlichen Käufer, welche aus der Region und darüber hinaus kommen sollen, sollten nicht ohne Strafe davonkommen.

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