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Stendal: Helfer müssen Geduld aufbringen

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Von: Stefan Hartmann

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Büroorganisatorin Yvonne Tippmann und Projektleiter David Messner arbeiten gemeinsam an einem Plakat, das sich an Geflüchtete aus der Ukraine richtet.
Büroorganisatorin Yvonne Tippmann und Projektleiter David Messner arbeiten gemeinsam an einem Plakat, das sich an Geflüchtete aus der Ukraine richtet. © Hartmann, Stefan

Schon seit Wochen tragen sich Freiwillige auf Listen dafür ein, um Geflüchtete aus der Ukraine zu unterstützen. Vieles musste geklärt werden, erklärt Projektleiter David Messner von der Freiwilligen-Agentur. Nun soll es losgehen. 

Stendal – Bereits früh gab es eine große Zahl von Freiwilligen, die Interesse daran hatten, den aus der Ukraine Flüchtenden zu helfen. Von ihnen war aber auch Geduld gefragt, erklärt David Messner, Projektleiter in der Freiwilligen-Agentur Altmark. Teilweise ist es Wochen her, dass sie sich gemeldet haben, und hätten verwundert angerufen, um zu fragen, ob sie vergessen wurden. Aber Grund sei nicht der fehlende Bedarf, sondern die Bürokratie gewesen. Aber damit ist nun, zumindest teilweise, Schluss: Die ersten Veranstaltungen und Angebote werden geplant und ein Teil der Freiwilligen ist gestern in der Kleinen Markthalle zusammengekommen, um noch Fragen zu klären.

„Es gab viele tolle Ideen“, sagt Messner. Leider seien nicht alle davon umsetzbar gewesen. „Eine Frau wollte gerne allen Kindern ein Osterei schenken“, nennt der Projektleiter als Beispiel. Aber gleich mehrere Details machen so ein Unterfangen schwierig. Neben Fragen der Hygiene und Verträglichkeit des Geschenks, ist eine Übergabe nicht ohne Weiteres möglich. Nachdem die Geflüchteten aus der Notunterkunft in einer Wohnung angekommen sind, ist deren Adresse nicht zu erfahren – schließlich ist das auch eine Frage der Privatsphäre. Damit könne ein Osterei nur direkt in der Notunterkunft an der Bahnhofstraße übergeben werden. Auch die dürfe aber von Privatpersonen, und dazu zählen auch Vereine wie die Freiwilligen Agentur erinnert Messner, nicht betreten. Also müsste man vor der Tür stehen und hoffen, dass die Eier abgeholt werden. „Wir sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft“, stellt Messner jedoch klar, auch wenn nicht alle Pläne umsetzbar seien.

Was jedoch umsetzbar ist, sind die Pläne, die noch in der laufenden Woche stattfinden. Am Donnerstag soll es soweit sein: Die Kleine Markthalle lädt Ukrainer dazu ein, auf ein Heißgetränk vorbeizukommen und so einen ersten Austausch zu ermöglichen. Dabei solle auch geklärt werden, wie die vielen Freiwilligen, sich einbringen können. Einige Ideen gebe es freilich schon. „Mit den Kindern kann gemalt, gebastelt oder der Tiergarten besucht werden“, fängt Messner die unvollständige Aufzählung an. Für die Eltern hingegen stehen vermutlich eher Fragen zur Wohnung, möglicher Arbeit und Kinderbetreuung auf der Agenda. Aber Genaues könne die Freiwilligen-Agentur noch nicht wissen – schließlich sei die Kontaktaufnahme, aus den genannten Gründen schwierig.

Zumindest für einen Teil der Freiwilligen Helfer, die in der „Anpacken“ Kategorie verzeichnet sind, bereits weitere Einsatzmöglichkeiten. Ab der kommenden Woche werden für das Spendenlager am Langen Weg 8 weitere Freiwillige jeweils montags, mittwochs und freitags von 15 bis 17 Uhr benötigt, sagt Messner. Auch in den einzurichtenden Wohnungen würden Menschen benötigt, die mit anpacken können. Schränke müssten verrückt und aufgebaut werden. Aber auch in Relation filigranere Arbeiten wie das Aufhängen von Gardinen kommen auf die Freiwilligen zu.

Wer seine Fähigkeiten noch auf freiwilliger Basis zur Verfügung stellen möchte, kann sich unter Tel. (03931) 56 56 320 oder per E-Mail an info@fa-altmark.de melden.

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