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Stendal: Hallstraßen-Poller sollen bleiben

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Von: Stefan Hartmann

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Ein Poller auf enier engen Straße. Im Hintergrund ist ein Radfahrer zu sehen.
Die an der Hallstraße aufgestellten Poller sind einer recht großen Menge von Stadtratsmitgliedern ein Dorn im Auge. © Hartmann, Stefan

Immer wieder sorgen die an der Kleinen Hallstraße aufgestellten Poller für Unmut. Ein Antrag, sie wieder zu entfernen, sollte das Problem richten. 

Stendal – Die erst Ende September aufgestellten Poller an der sogenannten Kleinen Hallstraße sollen stehen bleiben. Ein Antrag zur Entfernung der Verkehrsmaßnahme fand im Stadtrat keine Mehrheit – auch wenn das Ergebnis mit 21 Ja- zu 17 Nein-Stimmen recht knapp ausfiel.

Nachdem die Poller kurz nach der Aufstellung bereits zeitweise illegal entfernt worden waren, folgte nun der Versuch, sie regulär von der Straße verschwinden zu lassen. Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer müssten gleichberechtigt behandelt werden, verteidigte Arno Bausemer, AfD-Fraktionsvorsitzender, den Antrag seiner Fraktion. Die Maßnahme – und Oberbürgermeister Bastian Sielers (parteilos) Stellungnahme dazu – seien zu sehr auf den Radverkehr ausgerichtet. Für die, die jedoch kein Rad fahren wollen oder können, ergebe sich mit der Sperrung eine doch entscheidende Behinderung. Zusätzlich ergäben sich andere Gefährdungen. Autofahrer nähmen nun häufiger die Abkürzung über den Parkplatz Brüderstraße, um ihr Ziel zu erreichen.

Unterstützung für den AfD-Antrag gab es von Norbert Kammrad, Fraktion CDU/Landgemeinden. Stendal bestehe nicht nur aus der Stadt, erinnerte er. Es gebe auch die Ortsteile und vor allem Menschen, die dort wohnen. Viele von ihnen seien alt und hätten Schwierigkeiten, die Innenstadt auf anderen Wegen als mit dem Auto zu erreichen.

Unverständnis über den Antrag und die damit einhergehende Aufregung zeigte Sven Meinecke, Fraktion Linke/Bündnisgrüne. Die Maßnahme der Sperrung stehe schließlich im 2021 beschlossenen Integrierten Verkehrskonzept. Damals hätte man sich aufregen können, erklärte er an Bausemer gerichtet. Er wolle den Antrag ablehnen, auch wenn eine spätere Evaluierung der Maßnahmen möglich sei.

Gegenrede hielt auch Reiner Instenberg, Fraktionsvorsitzender SPD/FDP/Ortsteile. Es handele sich mit der Sperrung der Kleinen Hallstraße lediglich um einen ersten Schritt zum Beruhigen des Innenstadtverkehrs. Möglich sei damit eine regelrechte Wohlfühlatmosphäre rund um den Marktplatz, stellte Instenberg in Aussicht.

Nach der namentlichen Abstimmung sprachen sich 21 Ratsmitglieder dagegen aus, die Poller wieder zu entfernen. Bei 17 Ja-Stimmen erhielt der Antrag damit nicht die erforderliche Mehrheit.

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