25 Jahre Arbeit: Jubiläumsfeier fällt wegen Corona flach

Glockenverein Stendal will weiter hinaus

Die Kirche der Marienkirche zu Stendal ragen über das Rathaus und die historische Gerichtslaube hinaus.
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Die Türme von St. Marien in Stendal ragen über das Rathaus und die historische Gerichtslaube weit hinaus. Zum unverwechselbaren Ensemble am Marktplatz gehört auch die Rolandfigur weiter rechts. Alles zusammen ist auch eine feste Adresse für Besucher der Stadt.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Ein Vierteljahrhundert Förderverein Glocken St. Marien in Stendal sollte größer gefeiert werden. Corona macht dem Glockenverein, wie ihn manch Bürger auch nur kurz nennt, einen Strich durch die Rechnung. Geräuschlos soll das Jubiläum aber auch nicht sein. Und: Die Mitglieder haben weitere Sanierungspläne.

Stendal – 25 Jahre Förderverein Glocken St. Marien Stendal am 22. Mai führen zu einer Zwischenbilanz. Bärbel Hornemann, die Vorsitzende, nennt es selbst so. Diese Bilanz nach einem Vierteljahrhundert fällt beeindruckend aus und muss doch noch Platz lassen für mehr. Die Aufgaben gehen den aktuell 54 Vereinsmitgliedern ganz offensichtlich nicht aus. Ein gemeinsames Projekt mit der Evangelischen Stadtgemeinde steht weit oben auf dem Zettel. Noch in diesem Jahr könnte der Altarretabel, die Schauwand, saniert werden. Kostenpunkt: rund 52 000 Euro. Im Blick hat der Verein die Sonnenuhr, der Restaurierungsauftrag für 1000 Euro soll in Kürze vergeben sein. Je nach Spendenlage kommen Arbeiten an der Sandstein-Votivkreuzgruppe außen am Chor noch hinzu.

25 Jahre Einsatz für Stadt- und Ratskirche

Weitere Vorbereitungen liefen für die dringend notwendigen Taubenschutzgitter an Glockengeschossturmöffnungen. Mit Kran und viel Mut der Handwerker ließe sich hoffentlich 2021 noch ein Zeichen setzen, schreibt Hornemann an „Glockenfreunde aus nah und fern“. Und: Weitere Fördermittelanträge des Vereins laufen für die Kapellenabdeckungen und die Sockelsanierung sowie die Instandsetzung eines Kapellenfenstermauerwerks. Die Gesamtkosten belaufen sich auf circa 53 000 Euro, 2022 könnte das Vorhaben gelingen. Im Innenraum bereiteten die hölzernen barocken Kapelleneinfriedungen große Sorgen. Etwa 52 000 Euro dürften vonnöten sein. Auch dort sollen Spenden helfen, vom Gemeindekirchenrat gebe es schon den Auftrag zur Umsetzung.

1996 wurde der Verein gegründet. Damals läutete nur noch die Neue Glocke. 25 Jahre später sind alle Klangkörper, die vier Großglocken, fünf Zeichenglocken und drei Uhrschlagglocken, denkmalpflegerisch instand gesetzt und arbeiten. Die Türme sind von Schutt und Dreck befreit und touristisch erschlossen. „Es folgten die Zifferblätter, diverse Maurerarbeiten, Beräumung des Dachstuhls, Anbringung der Dachrinne Marienkirchstraße, Errichtung des Dachreiters mit Glockenspiel, Restaurierung des Löwenportals, Sanierung des Gildeschrankes, Umbau der Küche und vieles mehr“, zählt die Vereinschefin auf. Und noch immer trage der Verein zum Erhalt der Stadt- und Ratskirche St. Marien, eines herausragenden Kulturdenkmals, bei.

Zur Feier des Tages das volle Geläut

Seit September 2020 sei Pfarrer Markus Schütte ihr Ansprechpartner für St. Marien. Eine „sehr gute Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, es gebe „verlässliche Absprachen und gemeinsamen Aktivitäten“, was „sicherlich noch einmal eine neue Dynamik für den Verein mit sich bringt“. Und: „So zeichnet sich eine fruchtbare Zusammenarbeit ab, was wir über viele Jahre vermisst haben“, macht Hornemann an einer Stelle aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Die große Feier falle wegen Corona aus. Dennoch soll am 22. Mai, einem Sonnabend, geräuschvoll an das Jubiläum gedacht werde. Die Grobplanung für den Jubiläumstag sieht vor, dass das volle Geläut zweimal erklingen wird, gegen 12 und 18 Uhr, und das Glockenspiel gegebenenfalls mit Orgel im Wechsel zu hören ist.

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