Caroline Pischel und Andreas Schulz verlassen Theater der Altmark

„In Stendal gibt es keine Ellenbogen“

Abschied vom Theater der Altmark: Andreas Schulz und Caroline Pischel suchen nach ihrer Zeit in Stendal neue Herausforderungen in anderen Städten.
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Abschied vom Theater der Altmark: Andreas Schulz und Caroline Pischel suchen nach ihrer Zeit in Stendal neue Herausforderungen in anderen Städten.

Stendal – Nach drei beziehungsweise zwei Jahren ist die Zeit für die Schauspieler Caroline Pischel und Andreas Schulz am Theater der Altmark (TdA) zu Ende. Böses Blut oder Ähnliches gebe es natürlich nicht, wie beide erklären.

In der Branche sei es recht normal, immer wieder den Spielort zu wechseln.

„Die Amtszeit eines Intendanten dauert normalerweise fünf Jahre“, berichtet Pischel. Da sei es auch nicht ungewöhnlich, dass dieser bei seinem Ortswechsel auch einige Akteure aus dem Ensemble mitnimmt. Im Fall der beiden Schauspieler ist es jedoch anders. Nach ihrem festen Engagement wollen sie beide zunächst frei arbeiten. Schulz zieht es nach Berlin, wo er auch familiär verwurzelt ist. Er will eine Fortbildung zum Filmschauspieler machen und alte Kontakte reaktivieren. Ein mögliches Gastspiel in Stendal schließt er jedoch nicht aus. Er möge die Hansestadt zwar sehr gerne, jedoch sei es einfacher für ihn einen Lebensmittelpunkt in Berlin zu etablieren.

Pischel zieht es weiter in die Ferne. In Hamburg wartet eine gemeinsame Wohnung mit ihrem Freund auf sie. „Im Festengagement hat man wenig Zeit für privates“, erklärt sie. Mit langen Proben und Auftritten, wenn andere Freizeit haben, lasse es sich schwer verbinden, auch mal etwas mit Freunden zu unternehmen. Im TdA hatte sie ihr erstes Festengagement. In der kommenden Zeit möchte sie sich mit Filmschauspiel und Synchronarbeit etwas breiter aufstellen, ohne das Theater aus den Augen zu verlieren. „Damit ist nichts vergleichbar“, sind sich die Schauspieler einig. Die direkte Reaktion des Publikums von einer großen Bühne aus zu erleben, sei etwas ganz Besonderes.

Eine außergewöhnliche Herausforderung war ihre letzte Zeit am TdA. Gerade im Hinblick auf die Corona-Krise und vorher die Sanierung. Von einem Tag auf den anderen wussten sie nicht, ob sie Stücke, die sie geprobt hatten, auch würden aufführen können. Deshalb sei es besonders schön gewesen, zum Ende der Spielzeit noch im kleineren Rahmen auftreten zu können. „Man wusste ja nicht, ob man sich noch verabschieden kann“, sagt Pischel. Zum Glück habe das aber geklappt.

Beide gehen nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „In Stendal gibt es keine Ellenbogen“, berichtet Pischel über die Zusammenarbeit im Theater. Besonders schön sei es, auf der Straße oder im Café von Zuschauern erkannt und auf das Stück vom Vorabend angesprochen zu werden, sagt Schulz. So etwas sei in größeren Städten nur schwer vorstellbar – dafür sei der Traum, plötzlich im Café entdeckt und als Schauspieler engagiert zu werden etwas geringer. „Aber das hat in Berlin auch nicht funktioniert“, gibt Pischel lachend zu.

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