Hydranten verschwinden unter Schneedecke / Ölbinder-Lieferung stockt

Schnee macht Stendaler Feuerwehr zu schaffen

Ein kleiner Unterflurhydrant ist von einer Schneeschicht verdeckt. Nur ein kleiner Teil ist sichtbar.
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Nicht immer sind die Unterflurhydranten, auf die die verschiedenen Ortsfeuerwehren bei ihren Einsätzen zurückgreifen sofort zu finden.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Die Feuerwehr muss auch bei kaltem Wetter raus. Dabei erschwert es der Schnee nicht nur, Hydranten zu finden.

  • Einsatz nur bei akuter Gefahr.
  • Hydranten verschwinden unter Schneedecke.
  • Lieferschwierigkeiten bei Ölbindemittel.

Stendal – Eingeschränkt ist die Gefahrenabwehr in der Hansestadt nicht, aber Probleme gebe es trotzdem, wie Stadtwehrleiter Martin Jurga erklärt. Der Schneefall hat verschiedene Auswirkungen auf die Arbeit der oft ehrenamtlichen Helfer. Teilweise würden sie wegen Schneemassen gerufen, um beim Räumen zu helfen – rückten aber in den meisten Fällen wieder ab. „Wir werden nur tätig, wenn es um die direkte Gefahrenabwehr geht“, erläutert Jurga. Ein anderer Fall seien da große Eiszapfen, die herunterfallen zu drohen.

Neben kalten Fingern gibt es im Einsatz aber auch andere Schwierigkeiten für die Feuerwehrleute. Einen Unterflurhydranten zu finden ist meistens kein Problem, da die Hydrantenschilder, die an den entsprechenden Hauswänden in der Nähe angebracht sind, einen recht genauen Weg dahin weisen. Schwieriger wird es jedoch aktuell wegen des Wetters. Besonders, wenn die Hydranten mitten auf der Straße liegen und sie zunächst von Schnee und Eis befreit oder unter der dicken weißen Schicht gesucht werden müssen. Es sei dann zwar ein wenig mehr Arbeit und dauere vielleicht einen Moment länger, aber mit einem Hydrantenschlüssel komme man schon gut voran, sagt Jurga.

Noch in einer weiteren Sache behindert der Schnee die Arbeit der Einsatzkräfte. Eigentlich sei rechtzeitig bestellt worden, stellt der Stadtwehrleiter sofort klar, aber wegen der Witterung gebe es momentan Lieferschwierigkeiten beim Ölbindemittel. Gerade die großen 20 Kilo-Säcke, die mit dem roten aufnahmefähigen Pulver gefüllt sind, kämen aktuell nicht an – die Reserven der Hansestadt werden kleiner. Ein großes Problem sei das jedoch nicht. Im Zweifelsfall würden sich die Feuerwehren der Region gegenseitig unterstützen und ihre Säcke miteinander teilen, wenn es an einem Standort knapp wird.

Das beliebte und für die Feuerwehrleute oft leichter einsetzbare flüssige Ölbindemittel ist während der kalten Jahreszeit nur eingeschränkt nutzbar. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt könnte es ebenfalls zu Eis werden. Normalerweise soll das biologische Mittel mit dem Öl reagieren, es abbauen und so zersetzen, dass die übrig bleibenden Reststoffe keine Umweltgefahr mehr darstellen. Wenn die aus einem Konzentrat angemischte Flüssigkeit jedoch fest wird, funktioniert das nicht.

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