Schutzmaßnahmen sorgen für weniger Platz / Preise erhöht

Erste Termine bei Friseuren schon ausgebucht

Die Auszubildende im Friseurhandwerk Marie Meyer übt an einem Puppenkopf.
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Die Zeit, an Puppenköpfen üben zu müssen, geht für die Auszubildende Marie Meyer im März zu Ende. Für ihre Gesellenprüfung am Samstag sind sie aber noch Mittel der Wahl.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Die Erfahrung aus dem ersten Lockdown zeigt: Wer einen Friseurtermin haben möchte, muss sich beeilen. Zusätzlich muss mit erhöhen Preisen gerechnet werden.

Stendal – Noch sind die Friseursalons zu. Vor 24 Jahren am 1. März hat sich die heutige Obermeisterin der Friseur-Innung, Kerstin Prause, mit ihrem eigenen Geschäft selbstständig gemacht. Ab dem 1. März dürfen sie voraussichtlich wieder öffnen und quasi eine kleine Neueröffnung pünktlich zum Jahrestag feiern.

Nach der Bekanntgabe, dass Friseure wieder öffnen dürfen, dauerte es nicht lange, bis das Telefon klingelte, berichtet Friseurmeisterin Stephanie Schlicht. Bisher habe es noch keine Fälle gegeben, aber nach dem letzten Lockdown seien mehrere Kunden ungehalten geworden, wenn sie keine Termine mehr bekommen hätten. Auch jetzt sind nur Haarschnitte mit Voranmeldung möglich. Auch besonders dreiste Anrufer könnten jedoch die Vorfreude, endlich wieder arbeiten zu können, nicht mindern. „Ich würde lieber im Ganzkörperkondom arbeiten als weiter rumzusitzen“, sagt Schlicht. Auf Verständnis, das mit den Sicherheitsmaßnahmen nur weniger Kunden abgefertigt werden können und die ersten Tage bereits ausgebucht sind, hoffe sie trotzdem.

Eine Änderung, auf die sich Kunden einstellen müssten, sei jedoch eine Preissteigerung in der gesamten Branche. Zumindest in Prauses Salon, so erklärt sie, habe das nichts damit zu tun, die Zeiten der Schließung auszugleichen. Mit der Einführung der Ökosteuer und einer Erhöhung des Mindestlohnes seien im Vergleich zum Dezember die Ausgaben gestiegen.

Erst Ende des Januar hatten sich Prause und Stefan Prax, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Stendal, mit mehreren Forderungen in einem Schreiben an Ministerpräsident Reiner Haseloff gewandt und auf die anhaltenden Probleme hingewiesen. Das Friseurhandwerk habe bewiesen, dass seine Leistungen auch unter den ständig angepassten Covid-19 Ar beitsschutzstandards sicher erbracht werden können. Die Schließung während des Lockdowns bringe also nicht mehr Sicherheit, sondern sei eher eine „Konjunkturförderung“ für die Schwarzarbeit. In dem Schreiben wurden sofortige finanzielle Hilfen, ein Unternehmerlohn für Betriebsinhaber, die Aufrechterhaltung der Ausbildungsbereitschaft und die Bekämpfung von Schwarzarbeit gefordert. Der Ministerpräsident könne den Unmut verstehen, Woche um Woche werde um Entscheidungen gerungen und das Schreiben wurde an das zuständige Ministerium weitergeleitet, um in die Meinungs- und Entscheidungsbildung mit einzufließen. „Das übliche Blabla“, wie es Prause zusammenfasst.

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