Inge kann jetzt Screenshots machen!

Stendal: DRK erklärt Senioren den Umgang mit modernen Smartphones

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Die Idee ist nicht neu, erfreut sich aber deutschlandweit großer Beliebtheit. Damit auch Senioren mit der modernen Kommunikation mithalten können, werden immer mehr Kurse angeboten, in denen ihnen die Funktionen eines Smartphones erklärt werden.

Stendal – Wer erklärt die vielen Funktionen auf dem Smartphone, wenn Enkel aus irgendwelchen Gründen nicht zur Stelle sind? Eine Lösung bietet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zusammen mit dem Stadtseniorenrat in der Kleinen Markthalle in Stendal an.

Dort gibt es ein Angebot, das man als „Handyschule für Senioren“ bezeichnen kann.

„Welche App ich am meisten nutze? Na die WhatsApp. Die ist ja auch eigentlich so funktional, dass man da auch ganz viel mit machen kann. Und man hat schnell das übermittelt, was man übermittelt haben möchte und man hat auch schnell eine Antwort zurück“, sagt die sympathische Seniorin Helga, die noch ein recht einfaches Gerät vor sich auf dem Tisch liegen hat.

Teilnehmerin Dörte schaut auf ihr neues Smartphone und ergänzt: „Ab und an mal Google, wenn man was wissen will, nicht!? Ja, ansonsten: WhatsApp ist wichtig. Das geht unter einander. Ja, eigentlich ganz alltägliche Sachen: Wann treffen wir uns? Wo treffen wir uns? Was machen wir? Und, und, und. Das, was die Jugend eigentlich auch macht, wo man sagt: Die spinnen doch!“

Für die jüngere Generation ist ein Leben ohne Smartphone unvorstellbar. Auch Senioren möchten da mithalten können, brauchen oftmals Hilfe, um alle Funktionen richtig nutzen zu können.

Mit der besagten Funktion auf dem Handy Texte verschicken, Sprachnachrichten sprechen und abhören - all das können die Seniorinnen bereits nutzen. In dieser Woche sollte es darum gehen, wie sie Fotos auch speichern können. Inge kann jetzt zum Beispiel Screenshots machen: „Und das ging ratzfatz. Wir hatten sonst eine andere Methode - den Knopf drücken, den Knopf drücken zur gleichen Zeit, das hat uns nun mit den zittrigen Händen schon ein bisschen Schwierigkeiten gemacht. Und nun geht das ganz einfach: rauftippen, groß machen, runterziehen, fertig.“

Treffpunkt ist ein Raum der Kleinen Markthalle in Stendal, jener Ort, der auch Veranstaltungsort des Theaters ist, in dem interkultureller Austausch großgeschrieben und auch gern in der Gemeinschaft gekocht wird. Für die drei Damen ist die Schulung mehr, als nur ein reines Lernerlebnis. Es ist auch Treffpunkt. Elena Iliev könnte die Enkelin der Kursteilnehmerinnen sein. Sie zeigt den Damen die Tricks und Kniffe - allwissend ist aber auch sie nicht und freut sich mit den Damen, wenn neue Eigenschaften erkundet werden. „Ich hatte erst letztens ein neues Handy bekommen. Das musste ich auch erstmal gucken, wie das geht. Und ich kann das mit Gesten machen. Und das ist natürlich viel einfachen, als 3.000 Knöpfe zur gleichen Zeit drücken zu müssen. Auch ich lerne noch dazu.“

Die Handyschule für Senioren wird in der Kleinen Markthalle in Stendal zweimal in der Woche angeboten - immer dienstags und donnerstags für zwei Stunden ab 10 Uhr.

VON ALEXANDER KLOS

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