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Stendal: Eltern besorgt wegen Selbsttests

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Von: Stefan Hartmann

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Ein Schüler mit MNS öffnet einen Selbsttest.
Schüler, die am Präsenzunterricht teilnehmen, müssen Coronatests in Kauf nehmen. © imago-images

Gerade wenn es um die eigenen Kinder geht, ist die Sorge einer Gefährdung besonders groß. Erneut wenden sich Eltern wegen Corona-Maßnahmen an ihre Schulleitungen - und auch an den Oberbürgermeister und den Landrat.

Stendal – Es ist nicht das erste Mal, dass Michael Jüstel einen Brief zu den Corona-Regeln schreibt. Vor ziemlich genau einem Jahr wandte er sich mit seinem Schreiben an die Private Sekundarschule Stendal. Außerdem ging der Brief an verschiedene Medien, den Landrat, Oberbürgermeister, und das Rudolf-Hildebrand-Gymnasium. 2020 ging es um die Maskenpflicht. Jetzt sind die Schnell- und PCR-Tests an der Reihe.

Sonderlich viel steht in dem Brief selbst nicht. Wichtiger ist die angehängte Analyse Professor Dr. Werner Bergholz’, die die Schädlichkeit der Tests nahelegen soll. Ebenso nahegelegt wird den Lehrkörpern, ebenfalls eine Informationsveranstaltung mit dem Professor zu besuchen, wenn „Aufklärungsbedarf“ bestehe. Garniert wird der Vorschlag mit angeblichen Zitaten von Sophie Scholl und Hermann Göring, die verschiedenen Faktenchecks zufolge nicht der Wahrheit entsprechen. Zu demselben Ergebnis kommen auch verschiedene Institutionen zu der angeblichen Schädlichkeit der Corona-Tests.

Angesprochen werden dieselben Personen und Einrichtungen wie bereits im vergangenen Jahr. An den Antworten hat sich nicht viel geändert. Man wolle sich nicht äußern, heißt es erneut aus dem Rudolf-Hildebrand-Gymnasium. Die Zuständigkeit liege, so wie im Fall der Maskenpflicht, beim Landesschulamt und dem Bildungsministerium. „Wir halten uns an verbindliche Richtlinien“, erklärt Schulleiterin Arne Manecke.

Peter Scholz, Schulleiter der Privaten Sekundarschule, antwortet etwas ausführlicher auf AZ-Nachfrage. „Ich habe den Brief zur Kenntnis genommen“, stellt er trocken fest, betont aber ebenfalls, dass sich der Brief an die falschen Adressaten wendet. Wer ein Problem mit dem Gesundheitsminister hat, wende sich schließlich auch nicht an den Sachbearbeiter. Manchmal könne das Nachfragen aber auch zu neuen Erkenntnissen führen – und damit auch zu Korrekturen. Nicht vergessen bei der Aufregung wegen der für alle schwierigen Zeit dürfe man jedoch, dass es ganz viele Eltern und Schüler gebe, die sich darüber freuen, dass der Schulbetrieb wieder stattfinden kann. Gerade für die Abgangsklasse im vergangenen Jahr sei es schwer gewesen. Jetzt könne man sich wieder in die Augen anstatt auf eine Mattscheibe schauen.

So wie auch im vergangenen Jahr hat der offene Brief den Landrat nicht erreicht, wie Angela Vogel, Leiterin des Büros des Landrates, auf AZ-Nachfrage erklärt. Dementsprechend sei auch in diesem Fall eine Stellungnahme nicht möglich.

Die Hansestadt Stendal sieht erneut wegen fehlender Zuständigkeit von einer Stellungnahme, da sie lediglich Gebäudeträger ist, ab. Betont jedoch die Selbstverständlichkeit der Umsetzung geltender Verordnungen zur Eindämmung der Covid 19-Pandemie, sagt Stadtsprecherin Susanne Hellmuth.

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