Stadtwerke erneuern ab Juni Wasserrohre der Breiten Straße

Stendal: Einkaufsmeile verliert an Baustelle

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Der Ausgang des Übels, die Havariestelle. Wie lange die Arbeiten ab Juni dauern werden, ist noch offen.

Stendal – Die Breite Straße, die Einkaufsmeile der Kreisstadt, wird nach dem Rolandfest und noch vor dem Sommer zur Großbaustelle. Nach der Havarie im Oktober wollen und können die Stendaler Stadtwerke nicht länger warten und wollen dann Nägel mit Köpfen machen.

Die Leitung, die in Teilen mehr als 100 Jahre alt sein soll, wird auf einer Länge von circa 300 Metern ausgetauscht. Geschäftsleute und Kunden sowie die Anwohner müssen sich während der Zeit auf einige Unannehmlichkeiten einstellen. Wahrscheinlicher Baustart ist der 8. Juni.

„Um die Belastung möglichst gering zu halten, erfolgt der Leitungsneubau in zwei Abschnitten“, teilt Unternehmenssprecher Rolf Gille auf Nachfrage der AZ mit. Am 12. Oktober hatte sich in Höhe der Post eine große Wasserlache ausgebreitet. Ein Teil der Einkaufsmeile stand zeitweise völlig unter Wasser. Umgehend legten Arbeiten los, doch so richtig in den Griff kriegen ließ sich der Schaden nicht.

Ursache der Havarie war ein sogenannter Längsriss und kein einfacher Rohrbruch, wie Gille der AZ schon damals erläuterte. Bereits das Flicken der kaputten Stellen, der Austausch des defekten Leitungsstückes später und das Schließen der Baugrube brauchte alles seine Zeit. Was genau den Defekt ausgelöst hat, darüber will Gille nicht weiter spekulieren und verweist allein auf den Zustand und das doch recht hohe Alter der Trinkwasserleitungen dort.

Die Stadtwerke rechnen mit Baukosten in Höhe von circa 300 000 Euro. Die Summe sei bereits im Investitionsplan für dieses Jahr eingestellt worden. Der erste Bauabschnitt umfasst den Bereich zwischen Poststraße und Marienkirchstraße, der zweite verläuft von Sperlingsberg bis Poststraße. Tiefbauarbeiten in der Altstadt bärgen besondere Herausforderungen, diesen seien die Stadtwerke in den vergangenen Jahren mehrfach begegnet. „Zunächst spielt die Versorgungssicherheit für uns eine große Rolle. Wir gehen davon aus, dass eine Neuverlegung hier die beste Lösung ist“, führte Gille weiter aus. Zunächst gehe es jeweils um die Hauptleitung und dann um die Neuanbindung der Hausanschlüsse.

„Damit gehen auch die Bauarbeiten so flexibel und behutsam wie möglich vonstatten“, ist der Stadtwerke-sprecher überzeugt. Das gelte auch für die erforderlichen Sicherungen der Baustelle. „Einerseits ist eine solche Tiefbaustelle nicht ohne Absicherung zum Schutz aller Beteiligten möglich, andererseits sollen natürlich die Bauausführenden, die Anlieger und Verkehrsteilnehmer vor Schäden bewahrt werden.“ Die Aufgabe in der Stendaler Fußgängerzone dürfte dennoch sensibel bleiben. Doch sie müsse nun einmal bewältigt werden. „Die Leitung ist verschlissen und störanfällig“, unterstreicht Gille noch einmal. Schon aktuell laufen demnach umfangreiche Planungen und Vorbereitungen.

VON MARCO HERTZFELD

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