Nur Fliegen ist schöner / Neue Technik erprobt

Stendal: Deutsche Segelflug-Meisterschaften starten in Tag drei

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Der amtierende Weltmeister im Segelflug Tilo Holighaus (rechts) tritt mit Schwager Axel Horn im Doppelsitzer an.

Stendal – Eine Affinität zum Fliegen hatte Achim Fischer schon immer. Schon als kleiner Junge begleitete er seinen Cousin, einen Motorflieger, regelmäßig auf den nahe gelegenen Flugplatz. Mit 14 Jahren dann durfte er endlich seine Ausbildung zum Segelflieger beginnen.

„Es braucht zwischen 50 und 100 Starts, bis man das Segelfliegen halbwegs beherrscht“, berichtet das Mitglied des Aero Clubs Stendal aus eigener Erfahrung.

Doch dieser Tage sitzt er anders als gewohnt nicht selbst in einem der Segelflugzeuge. Denn gemeinsam mit der Flugplatzgesellschaft Stendal-Borstel sowie dem Landesluftsportverband Sachsen-Anhalt ist der Aero Club Stendal Ausrichter der Deutschen Segelflug-Meisterschaften in der Offenen und der Doppelsitzer-Klasse.

Noch bis zum 19. Juli messen sich rund um Borstel 89 Segelflieger. Zuschauer zahlen keinen Eintritt.

Gleichzeitig gibt der am Montag gestartete Wettbewerb internationalen Gästen in der 18-Meter-Klasse – das entspricht der Spannweite der Fluggeräte – die Möglichkeit, den Veranstaltungsort und das Wettbewerbsgebiet der bevorstehenden Segelflug-Weltmeisterschaft 2020 kennenzulernen. Denn auch dieses sportliche Großereignis soll in Stendal-Borstel zur Schau getragen werden.

Während die 18-Meter-Klasse am Montag ihren ersten Wertungstag absolvieren konnte, mussten die anderen beiden Klassen – offene und Doppelsitzer – ihre Fluggeräte witterungsbedingt ungeflogen wieder zurück an ihren Stellplatz bringen. Und auch am gestrigen Dienstagnachmittag konnten die Teilnehmer nicht wie geplant um 13.30 Uhr starten. „Ab Mittwoch sollten die Bedingungen besser werden“, gibt sich Achim Fischer gegenüber der AZ optimistisch.

Vor dem Start wird fleißig poliert.

Unter den Teilnehmern ist neben einigen preisgekrönten Segelfliegern auch der amtierende Weltmeister Tilo Holighaus, der seinen Titel erst vor drei Wochen in den spanischen Pyrenäen holte. Gemeinsam mit Schwager Axel Horn fliegt er um den Sieg in der Doppelsitzklasse. Der 50-Jährige ist Geschäftsführer des großen Segelflugzeug-Herstellers „Schempp-Hirth“, aus dessen Hause gleich eine ganze Reihe an Maschinen teilnimmt. Auch Holighaus fliegt, seitdem er 14 Jahre alt ist. „Das Schöne daran ist, dass nicht ein Flug dem anderen gleicht. Man lernt auch nach mehr als 30 Jahren Flugerfahrung ständig dazu“, berichtet er der AZ.

Die Digitalisierungs-Offensive des Landkreises (siehe Seite 1) ist nicht die einzige technische Neuerung in Borstel. Erstmalig wird für den Wettbewerb ein Programm genutzt, das die Abstände zwischen den Flugzeugen misst. Wer anderen Teilnehmern zu nahe kommt, erhält Punkteabzug. So sollen tragische Unfälle vermieden werden.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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