„Endlich wieder essen gehen“ / Einige Lockerungen fehlen noch

Stendal: Bürger wollen Freiheiten nutzen

Personen sind in der Stendaler Fußgängerzone unterwegs.
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Obwohl es noch immer einige Einschränkungen zu beachten gibt, sind bereits am frühen Morgen einige Bürger in der Fußgängerzone unterwegs.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Mit dem Fall der Bundesnotbremse ist trotz der Eindämmungsverordnung wieder mehr geöffnet. Während die einen auf die nächsten Schritte warten, freuen sich andere etwas zu unternehmen. 

Stendal – Nett und mit Freunden einfach mal etwas essen gehen können. Das ist eine der Möglichkeiten, die sich mit dem Wegfall der Bundesnotbremse trotz der noch geltenden Eindämmungsverordnung den Landkreisbewohnern wieder bieten – so lange die Inzidenzen niedrig bleiben. Die AZ hat nachgefragt, worauf freuen sich die Bürger am meisten?

„Im Stammlokal endlich wieder essen gehen“, sagt Patrick Engel. Wenn die Alte Brauerei aufmache, wolle er mit seinen Freunden unbedingt wieder hin. Gerade für die kleinen Familienunternehmen sei die Zeit schwer gewesen, da wäre es richtig, sie jetzt mit einem Besuch zu unterstützen. Und wenn dabei ein Bier in gemütlicher Runde getrunken werden kann, sei das ebenso gut.

Noch ist es nicht ganz soweit, aber Andreas Richter freut sich darauf, einfach und bedenkenlos und ohne Maske etwas unternehmen zu können. „Einen Schritt nach dem anderen machen“, stellt er zur aktuellen Lage fest. Zwar gebe es schon viele Möglichkeiten, die sich mit den nun geltenden Regelungen ergeben, aber dennoch hoffe er, dass Maskenpflicht und der Nachweis über Test, Impfung oder Genesung als Nächstes fallen.

Die Lebenspartner Lilly und Dave sind etwas skeptischer, was die neuen Erleichterungen angeht. Gerade für Lilly mangelt es an einem ganz entscheidenden Punkt: Voraussichtlich werde ihr Mann nicht bei der Geburt des Kindes dabei sein dürfen. „Er darf ganz zum Schluss wenn die Wehen einsetzen mit rein“, erklärt sie. In diesem Punkt hätte sie sich weitere Klarheit erhofft. Nun müsse wenn die Wehen einsetzen und man sich auf den Weg ins Krankenhaus macht nach den aktuellen Bestimmungen geschaut werden, um zu sehen, was gilt. Auch für Besuche danach sei es schwierig. Restaurants und Geschäfte könnten zwar wieder öffnen, aber der Vater eines Kindes habe quasi ein Besuchsverbot, bemängelt sie die Lage.

Für Straßenmusiker Dave ist die Öffnung der gebeutelten Händler und Gastronomen „ein leeres Versprechen“. Da es aktuell nicht möglich sei Insolvenz zu beantragen, würden derartige Fälle damit nur aufgeschoben. „Es werden aber Wellen kommen“, folgert er.

Ausschließlich negativ bewerten die Lebenspartner die Situation jedoch nicht. Ihre Kinder würden sich sicher über die Öffnung von Badeanstalten und, dass die Kita geöffnet bleiben kann, freuen.

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