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Stendal: Blaufichte kann Entwurf für Mönchskirchhof platzen lassen

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Von: Stefan Hartmann

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Eine große Blaufichte steht auf dem Stendaler Mönchskirchhof. Im Vordergrund ist eine Statue zu sehen.
Die Blaufichte ist einigen Stendalern ans Herz gewachsen. Geht es nach dem Entwurf zur Neugestaltung des Mönchskirchhofs, hat sie dort jedoch keinen Platz mehr. © Hartmann, Stefan

Der Baum des Anstoßes: An der Blaufichte auf dem Mönchskirchhof scheiden sich die Geister. Sie soll gefällt werden. Das schmeckt aber nicht allen.

Stendal – Die Blaufichte soll weg. Das ist die klare Botschaft, die mit dem Entwurf für die Neugestaltung des Mönchskirchhofes übermittelt wird. „Es ist ein schöner Baum“, stellt auch Planerin Daniela Süßmann fest. Aber im Entwurf finde er mit seinem Standort jedoch keinen Platz.

Bei mehreren Bürgern, die den Weg am Montagabend zur Bürgerversammlung gefunden haben, löst das jedoch wenig Begeisterung aus. Berufsschullehrer Ulf Hamann kritisierte, dass einen gesunden Baum zu fällen nicht nachhaltig sei. Es widerspräche allem, was er seinen Schülern zu dem Thema vermittele. Bauamtsleiter Georg Wilhelm Westrum hingegen verteidigte das Vorhaben, den Baum zu fällen. „Wir müssten nicht einmal eine Ersatzpflanzung vornehmen“, erläutert er. Da es sich um einen Nadel- und nicht um einen Laubbaum handele, sei das nicht vorgesehen. Bei der Blaufichte handele es sich um einen Fremdkörper auf dem Mönchskirchhof, der auch noch einen überschaubaren Beitrag zum Klima leiste. Wichtig sei bei der Gestaltung des Platzes, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Aktuell friste der Mönchskirchhof eher sein Dasein. „Er erfüllt seinen Zweck nicht mehr“, sagt Westrum.

Die dafür notwendigen Arbeiten können nicht einfach an der Natur vorbeigeplant werden. Bei Bäumen, die beispielsweise bei den Straßenbauarbeiten Schaden nehmen würden, sollte man so ehrlich sein, das anzuerkennen, erläuterte Westrum. Dann könnten sie direkt gefällt und für Ersatz gesorgt werden. Passiere das nicht, würden sie nach und nach eingehen. Direkt überplant ist die Blaufichte derzeit nicht. Aber ihr breit ausgefächertes Wurzelwerk steht den Staudenbeeten im Weg, die an den Wegen entstehen sollen. Diese sind an allen vier Achsen beidseitig der Fußwege vorgesehen. In der Mitte des Platzes soll eine größere Fläche entstehen, an der Platanen über Sitzbänken für Schatten sorgen sollen. Diese seien recht pflegeleicht und müssten nur einmal pro Jahr geschnitten werden, erklärt Süßmann.

An der Nordseite des Mönchskirchhofes ist eine weitere Änderung vorgesehen. Der Fahrradweg, der dort entstanden ist, soll weichen. Der Verkehr soll auf der Straße stattfinden und so quasi natürlich zu dessen Beruhigung beitragen.

Falls der Stendaler Stadtrat tatsächlich beschließt, die Blaufichte erhalten zu wollen, würde das Projekt auf unbestimmte Zeit zurückwerfen. Schließlich kann der Weg mit den geplanten Staudenbeeten nicht einfach einen Knick machen und so an den flachen Wurzeln vorbeigeführt werden. Ein neuer Entwurf wäre dann vermutlich notwendig.

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