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Stendal: Berufsschüler finden 377 Spender

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Von: Stefan Hartmann

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Ein junger Mann nimmt eine Speichelprobe.
Nur wenige Minuten muss Niclas Rechtenbach, ebenso wie zahlreiche andere Interessenten an den Berufsbildenden Schulen Stendal, aufwenden, um sich registieren zu lassen. © Hartmann, Stefan

Jonas (2) aus der Altmark leidet an Blutkrebs. Im schlimmsten Fall hat er nicht mehr lange zu leben. Deshalb haben Stendaler Berufsschüler in ihrem Haus eine Registrierungsaktion organisiert. Vor einigen Jahren gab es das schon einmal. Jetzt kamen aber fast viermal so viele mögliche Spender zur Registrierung. 

Stendal – Dem erst zweijährigen Jonas aus der Altmark läuft die Zeit davon. Die Diagnose Blutkrebs gibt ihm nicht mehr viel Zeit. Bis April heißt es, erklärt Maxima Stobinski, eine der Berufsschülerinnen, die es geschafft haben, an nur zwei Tagen ganze 377 potenzielle Spender zusammenzukriegen.

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hatte offenbar weniger Vertrauen in die Aktion in den Berufsbildenden Schulen Stendal. „Am ersten Tag gingen uns die Testkits aus“, erklärt Schülerin Lena-Chantal Riegler. Die DKMS war von rund 100 Spendern insgesamt ausgegangen. Das entsprach auf der Menge an Interessenten, die 2018 bei einer Registrierungsaktion im Berufsschulzentrum teilnahmen. Aber schon am ersten Tag hatten die Schüler rund 140 Personen erreicht – und noch einen zweiten Aktionstag vor sich. Also mussten weitere Registrierungskits per Express geschickt werden, damit alle Interessenten in die Kartei aufgenommen werden konnten.

Maxima Stobinski (l.) und Lena-Chantal Riegler erklären, wie die Registrierung funktioniert.
Maxima Stobinski (l.) und Lena-Chantal Riegler erklären, wie die Registrierung funktioniert. © Hartmann, Stefan

Zwar haben die sich reichlich gefunden, aber ein wenig Ängste mussten sie ihren Mitschülern teilweise nehmen. Oft gebe es noch die Vorstellung, dass die Stammzellen mit einer kleinen Operation aus dem Rückenmark entnommen werden müssen. Das sei aber nur noch in zehn Prozent der Fälle so, erklären Riegler und Stobinksi – dann, wenn es besonders schnell gehen muss. Für gewöhnlich funktioniert die Stammzellspende eher wie eine etwas aufwendigere Blutspende per Kanüle im Arm und damit relativ schmerzfrei. Für gewöhnlich ist die DKMS bei solchen Registrierungsaktionen ebenfalls vor Ort, um einen Vortrag zu halten. Dafür fehlte im aktuellen Fall jedoch die Zeit. „Die DKMS hätte erst Ende März einen Termin freigehabt“, sagt Riegler. Deshalb haben die Schüler die Aktion überwiegend in die eigene Hand genommen, Flyer vorbereitet und Durchsagen gemacht, um Interessenten zu finden. Dafür wurden sie und ihre Mitstreiter der Klasse BGG20e für die notwendige Zeit vom Unterricht freigestellt. Die Registrierung als Stammzellspender ist auch von zu Hause aus möglich. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.dkms.de.

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