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Stendal: Bastian Sieler will Oberbürgermeister für alle sein

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Von: Stefan Hartmann

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Oberbürgermeister Bastian Sieler sitzt an seinem Schreibtisch.
Oberbürgermeister Bastian Sieler (parteilos) hat für den ersten Tag seiner Amtszeit auf dem Stuhl des Bürgermeisters Platz genommen. Planmäßig soll sie sieben Jahre dauern. © Hartmann, Stefan

Nun ist es soweit: Die Hansestadt Stendal hat mit Bastian Sieler einen neuen Oberbürgermeister. 

Stendal – Die größte Herausforderung für den neuen Oberbürgermeister der Hansestadt Stendal, Bastian Sieler (parteilos), werde es wohl sein, alle Bürger der Stadt mitzunehmen. Das, so erklärt an seinem ersten Amtstag am Montag, sei aber sein Ziel: Er wolle allen Bürgern die Hand reichen. Dazu gehöre es für ihn auch, weiterhin parteilos zu bleiben.

Häufiger kommt das Gerücht auf, dass sich Sieler den Sozialdemokraten, die ihn als erste Partei im Wahlkampf unterstützt hatten, anschließen werde. Da sei jedoch nichts dran, erklärt Sieler auf AZ-Nachfrage. Schon während des Wahlkampfes habe sich herauskristallisiert, dass die Neutralität des Oberbürgermeisters für die Stendaler etwas ganz Wichtiges sei. Zwar teile er die von einigen gezeigte Misstrauen gegenüber Parteien nicht, aber dennoch sei das auch ein wichtiges Signal. „Ich bin der Bürgermeister für alle, nicht nur für eine Partei.“

Nun stehen für Sieler die berühmten ersten 100 Tage an. Für den neuen Oberbürgermeister heißt es Einarbeiten und Kennenlernen. Die Vorstellungsrunde bei Amts- und Sachgebietsleitern ist als allererstes absolviert worden. Aber damit soll es nicht vorbei sein. Zahlreiche städtische Mitarbeiter gelte es kennenzulernen. Schließlich ist die Situation nicht nur für ihn ein Novum: Seit 21 Jahren ist es das erste mal, dass die Hansestadt einen neuen Oberbürgermeister hat. Da müssten sich alle dran gewöhnen.

Das sind aber nicht die einzigen Vorhaben, die für die ersten 100 Tage anstehen. Einige Dinge werden kaum auf sich warten lassen. Unter anderem ist die Corona-Pandemie noch nicht ausgestanden, wie Sieler erinnert. Das bedeute auch für die Stadt vorbereitet zu sein, wenn die Zahlen wieder steigen und Einschränkungen umzusetzen sind. Dabei wolle der Oberbürgermeister sich dafür einsetzen, dass das gesellschaftliche Leben – im Rahmen der gesetzlichen Regeln und Verordnungen von Bund und Land – in der Stadt weitergehen kann. So habe sich beispielsweise gezeigt, dass Schulen mit der richtigen Belüftung offen bleiben könnten oder der Unterricht digital angeboten werden kann. Dabei gelte es abzuwägen, welche Maßnahmen bislang noch nicht ergriffen worden waren und wie es möglicherweise besser gehe.

Auch bei der Energiesicherheit dürfe keine Zeit verloren werden. „Wie reagiert die Stadt, wenn der Strom ausfällt?“, formuliert Sieler eine der Fragen, die die Verwaltung beschäftigen werden. Die Versorgung der Bürger mit Wärme und Strom müsse sichergestellt werden. Dazu gehöre auch, den Anteil, den die Stadt an den Stadtwerken hält, zu überdenken, wie Sieler seine Position bekräftigt. In Zusammenarbeit mit allen Beteiligten solle überprüft werden, wie die Stadt die Daseinsvorsorge für ihre Bürger sicherstellen kann. Abgeschlossen oder entscheiden sei da aber noch nichts. Wenn sich herausstellt, dass die optimale Konstellation bereits besteht, sei das auch ein Ergebnis.

Damit alle Bürger die Chance erhalten, sich vom Bürgermeister vertreten zu fühlen, will Sieler auch offener und öfter kommunizieren. Das sei beispielsweise in Form von Statements möglich. Oberbürgermeistersprechstunden oder Gesprächstermine auf dem Marktplatz halte er jedoch ebenfalls für eine spannende Idee, die es zu überdenken gelte.

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