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Stendal: Bastian Sieler (parteilos) will kein „Weiter so“

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Von: Stefan Hartmann

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Oberbürgermeister in spe Bastian Sieler (r.) spricht seinen Amtseid. Die entsprechende Ernennungsurkunde überreicht dazu Stadtratsvorsitzender Peter Sobotta.
Oberbürgermeister in spe Bastian Sieler (r.) spricht seinen Amtseid. Die entsprechende Ernennungsurkunde überreicht dazu Stadtratsvorsitzender Peter Sobotta. © Hartmann, Stefan

Ab dem 1. August hat Stendal einen neuen Oberbürgermeister: Bastian Sieler (l.). Bis er sein Amt antritt, ist Klaus Schmotz (r.) am Ruder. Damit ihm der Abschied nicht zu schwerfällt, haben ihm Ritter Roland und die Sperlingsida eine Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft im Stendaler Carnevalsverein überreicht. 

Stendal – „Weiter so“ könne es nicht einfach gehen, erklärt Bastian Sieler (parteilos) der Menschenmenge, die sich anlässlich seiner Vereidigung als Oberbürgermeister der Hansestadt Stendal im Musikforum Katharinenkirche versammelt hat.

Viele Krisen haben die Welt und auch die Stendaler Bürger in der Vergangenheit bereits gemeistert. Neben Inflation, Corona, Flüchtlingskrise und auch Hochwasser beschäftigt Sieler aber ein Thema besonders: der Klimawandel. Seit 250 Jahren habe es in der Altmark keine so starke Dürre gegeben, wie sie aktuell vorherrsche. In deren Folge sinke nicht nur der Wasserspiegel, auch die Waldbrandgefahr steige. Aber auch für Kernstadtbewohner, die sonst weniger mit Grundwasserspiegeln und Wäldern zu tun haben, zeigten sich Auswirkungen des Klimawandels. Der zunehmend trockene Boden sei weniger stabil. Häuser in der Stadt sinken damit ab, erklärt Sieler.

Für die Zukunft gebe es damit einiges zu tun, sagt der Oberbürgermeister in spe, der am Montag, 1. August, sein Amt antreten wird. „Ein weiter so ist nicht die Lösung“, sagt Sieler. Gerade in Zeiten der Inflation müsse die Stadt ihren Bürgern unter die Arme greifen. Besonders der unerwartete Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine treibe derzeit die Preise in die Höhe. Dabei könne die Stadt Stendal den Konflikt natürlich selbst nicht auflösen. Aber für ihre Bürger könne sie die Situation verbessern. Strom, Wärme, Essen – all dies seien Dinge, bei denen die Stadt für ihre Bürger eintreten müsse. Einer der Wege dahin sei es, dass die Stadt wieder Mehrheitseigner der Stadtwerke wird.

Auch wenn es noch viel zu tun gibt, will Sieler doch keine Hoffnungslosigkeit verbreiten. Es sollte mit einer optimistischen Grundhaltung vorangegangen werden. Deshalb wolle er den Bürgern der Hansestadt symbolisch die Hand reichen. Jeder einzelne ihrer Bürger sei zwar nur ein Tropfen, erklärt Sieler, „Aber gemeinsam sind wir ein Meer.“

Zahlreiche Wähler und Unterstützer besuchten den künftigen Oberbürgermeister, um ihm zur Vereidigung zu gratulieren. Von der Gruppe Fridays for Future Stendal gab es ein wenig Lektüre. Öffentliche und gewerbliche Grünflächen naturnah, heißt das Handbuch. Gelesen habe sie es selbst noch nicht, gibt die Aktivistin zu. Aber es soll sehr gut sein, habe sie gehört.

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