Milliarden-Paket von Bund und Konzern

Frischekur für Bahnhofsgebäude in Stendal

Eine Fahne für den Sachsen-Anhalt-Tag 2022 in Stendal weht vor dem Bahnhof der Stadt
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Eine Fahne vor Stendals Bahnhofsgebäude weht für den Sachsen-Anhalt-Tag 2022 in der Stadt.
  • Marco Hertzfeld
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Das Empfangsgebäude in Stendal wird modernisiert. Investitionshöhe und genauer Baustart sind noch unklar. Arbeiter erneuern derzeit bereits Bahnsteige und weitere Anlagen.

Stendal – Wie viel Geld aus dem angekündigten großen Modernisierungspaket in das Stendaler Bahnhofsgebäude fließt, kann Konzernsprecher Jörg Bönisch in Leipzig auch auf Nachfrage noch nicht genau sagen. Unerheblich dürfte die Summe nicht sein. 142 Millionen Euro will das Bundesverkehrsministerium bis 2025 in insgesamt 40 kleine und mittlere Empfangshäuser stecken, von der Deutschen Bahn selbst kommen weitere 50 Millionen Euro. Teile der Empfangshalle und Zugänge in Stendal sollen renoviert werden. Handwerker widmen sich zudem Fassade und Dach. Überhaupt soll einiges energetisch optimiert werden. Und: Ein Büro der Bundespolizei in dem Gebäude wird hergerichtet.

Genaue Summe und Baustart noch offen

Dass die Bahn auf ein Empfangsgebäude setzt und baut, ist keine Selbstverständlichkeit. Zahlreiche gar nicht so selten auch bauhistorisch wertvolle Objekte besonders in kleineren Orten wurden vor Jahren abgestoßen und verfallen. Für Stendal scheint die Zukunftsfrage beantwortet und gesichert. „Den Stendaler Bahnhof nutzen täglich rund 6000 Reisende.“ Es handle sich um einen ICE-Halt und Knotenpunkt sowieso. Passagiere kommen vom Bahnhof der altmärkischen Kreisstadt nach Magdeburg, Uelzen, Wolfsburg oder Berlin. Das Gebäude wurde 1871 in Betrieb genommen. „Seitdem gilt es, das Bahnhofsgebäude stetig im Wert zu erhalten und zu modernisieren“, lässt Bahnsprecher Bönisch die AZ wissen.

Wartebereich soll attraktiver werden

„Einen konkreten Zeitplan für die Maßnahmen gibt es leider noch nicht, da wir uns derzeit in den Grundlagenermittlungen und der Beantragung der Finanzierung befinden.“ Im Klartext: Noch sind nicht alle Fragen geklärt, erst nach Freigabe der Bundesmittel geht es um Terminplan und Bauphasenkonzept. Bei den Vorhaben insgesamt soll letztendlich der Aufenthalt der Kunden verbessert werden, es geht um neugestaltete Wartebereiche, energetisch erneuerte Dächer und Fassaden, auch um Brandschutz und Barrierefreiheit. Im Blick hat der Bund auch und vordergründig größere Bahnhöfe, das Gesamtpaket sieht eine Investition von mehr als fünf Milliarden Euro an über 3000 Standorte vor.

Büro der Bundespolizei auch auf der Liste

Das Ministerium nennt das Ganze „Bahnhofskonzept Plus“, der Konjunktur werde ein Schub gegeben, das 1000-Bahnhöfe-Konzept des Koalitionsvertrages quasi übererfüllt. Was das konkret für die knapp 40 000-Einwohner-Stadt Stendal unterm Strich bedeutet, bleibt abzuwarten. Sichtbar verändern soll sich der Bahnhof, die Arbeiten laufen seit Mai 2019. Ursprünglich geplant waren Kosten in Höhe von etwa 21 Millionen Euro, später ist von 23 Millionen die Rede gewesen. Bahnsteige werden erneuert, Aufzüge geschaffen, ein neuer Tunnel angeschlossen. Wo sich die Ausgaben aktuell bewegen, dazu äußert sich der Bahnsprecher nicht. Abgeschlossen sein werden die Arbeiten laut Bönisch voraussichtlich Ende dieses Jahres. Rechtzeitig zum Sachsen-Anhalt-Tag, der im Juli 2022 in Stendal stattfinden soll.

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