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Stendal: Astrid Lindgren fällt als Name für Ganztagsschule durch

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Von: Stefan Hartmann

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Die Ganztagsgrundschule in Stendal.
Die Ganztagsgrundschule in Stendal muss noch länger auf einen klangvolleren Namen warten. Der von der Gesamtkonferenz einstimmig vorgeschlagene Name Ganztagsgrundschule Astrid Lindgren wurde abgelehnt. © Hartmann, Stefan

Der einstimmige Vorschlag „Astrid Lindgren“ aus der Gesamtkonferenz der Schule ist nun vom Stendaler Stadtrat abgelehnt worden.

Stendal – Was lange währt, wird endlich gut – heißt es eigentlich. Im Stendaler Stadtrat wird es jedoch manchmal stattdessen abgelehnt. Der Beschluss, der Ganztagsgrundschule den Namen „Astrid Lindgren“ zu geben, wie es deren Gesamtkonferenz vorgeschlagen hatte, fand keine Mehrheit im Rat. Auch wenn es am Schluss recht knapp ausfiel. 15 Ja-, 17-Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen zählte Stadtratsvorsitzender Sobotta.

„Die Schulgemeinschaft ist äußerst enttäuscht, dass das bewährte und langjährig gelebte Astrid-Lindgren-Schulprogramm, welches sich im Lernen und im Schulgebäude vollumfänglich zeigt, nicht als Schulname durch den Stadtrat genehmigt wird. Wir sind sehr traurig“, antwortet Petra Richter, Rektorin der Ganztagsgrundschule, auf AZ-Nachfrage.

53 Goetheschulen gebe es allein in Deutschland, erklärte Wolfgang Eckhardt, Fraktion Freie Stadträte/Bürger für Stendal (FSS/BfS). Keine einzige davon wolle sich umbenennen – nur in Stendal sei das der Fall. Sofort meldete sich Joachim Röxe, Fraktionsvorsitzender Die Linke/Bündnisgrüne, mit Widerspruch zu Wort. Offenbar gebe es viele Unklarheiten zur Situation, leitete er seinen Beitrag ein: „Die Schule hieß noch nie so, seit sie die Ganztagsgrundschule ist.“ Früher gab es die Astrid-Lindgren-Grundschule in Stendal Süd und die Goetheschule an der Röxer Straße, erklärte auch Reiner Instenberg, Fraktionsvorsitzender SPD/FDP/Ortsteile. Nachdem die beiden Schulen fusionierten und der Standort in Süd geschlossen wurde, blieb nur die ehemalige Goetheschule – die den neuen Namen Ganztagsgrundschule oder abgekürzt GTGS erhielt. Aus dieser Aufteilung erhalte auch der Name Astrid Lindgren eine gewisse Legitimation. „Wir sollten die Entscheidung der Schulkonferenz respektieren“, plädierte der Ratsherr. Bei der Fusion wäre damit der Standort der einen, aber der Name der anderen Schule erhalten geblieben. Auch auf die Historie des Standortes bezog sich Xenia Schüßler, Fraktion CDU/Landgemeinden. Goethe sei noch im Volksmund und sollte deshalb bleiben, sprach sie sich gegen den Vorschlag Astrid Lindgren aus. So werde der Treffpunkt auch „an der Goethe“ und nicht etwa „an der GTGS“ genannt. Arno Bausemer, Vorsitzender AfD-Fraktion, teilte diese Ansicht. Die Gesamtkonferenz sollte noch einmal über den Namen Goetheschule, der sich nicht unter den behandelten Vorschlägen fand, nachdenken.

Drei verschiedene Ideen gab es, über die die Gesamtkonferenz, bestehend aus Lehrern und Elternrat, abstimmen konnte. Darunter waren die Ganztagsgrundschule am Bahnhof, Ganztagsgrundschule Wilhelm Busch und Ganztagsgrundschule Astrid Lindgren. Mit jeweils 30 Stimmen – also einstimmig – wurden die ersten beiden Möglichkeiten abgelehnt. „Über ein Votum der Schulgemeinschaft (Elternrat und Lehrerschaft) wurden die Namensvorschläge für unsere Schule gefunden. Darunter fiel dieser Name Goetheschule einfach nicht. Astrid-Lindgren-Ganztagsgrundschule war der einstimmige Beschluss der Gesamtkonferenz“, fasst Rektorin Richter die Vorgänge zusammen.

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