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Stendal: Altmärker solidarisieren sich mit Ukrainern

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Von: Stefan Hartmann

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Das Stendaler Rathaus erscheint dank dem Licht oben blau und unten gelb. Davor stehen Menschen.
Mithilfe von Lichttechnik wird das Stendaler Rathaus mit der ukrainischen Flagge in Gelb und Blau angestrahlt. © Lisa Maria Krause

Der Krieg in der Ukraine hat auch ganz akute Auswirkungen auf die Menschen in der Altmark. Es könnte das Ende bedeuten.

Stendal - Vielleicht endgültig: „Das bedeutet, dass wir in diesem Jahr wieder nicht tätig werden können“, erklärt Veronika Benecke vom Verein Hilfswerk Kinder von Tschernobyl. Bereits zweimal in Folge konnte wegen der Corona-Pandemie kein Austausch stattfinden.

Mit dem Konflikt folgt nun das dritte Jahr. Wie genau mit der Situation umzugehen sei, müsse sich erst in einem Vorstandstreffen zeigen – mit der Hoffnung, dass es im kommenden Jahr wieder klappen könnte. „Oder es ist vielleicht doch das Aus.“

Der Verein sei zwar eher in Richtung Belarus ausgerichtet, an dessen Grenze sich das ehemalige Atomkraftwerk befindet, aber auch auf die gebe es starke Wirkung. „Die Weißrussen sind eingebunden in die Kampfhandlungen“, stellt Benecke fest.

Da falle es den Vereinsmitgliedern schwer, an ihre Partner in der Region zu denken, und sich vorzustellen, wie es ihnen geht. „Die Kommunikation ist schwierig geworden. Die Leute haben Ängste, dass sie überwacht werden könnten.“

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Faber verurteilt den Einmarsch

„Der unverhohlene Einmarsch Russlands in die demokratische Ukraine ist ohne Wenn und Aber zu verurteilen“, erklärt der altmärkische Bundestagsabgeordnete und verteidigungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Marcus Faber in einer Mitteilung.

Eine Frau mit Mikro steht vor den versammelten Menschen. Es ist dunkel.
Etwa 100 Teilnehmer versammeln sich auf dem Marktplatz. Neben einigen Politikern kommen auch in Deutschland lebende Ukrainer zu Wort. © Lisa Maria Krause

Als demokratisches Bündnis müsse innerhalb der Nato großes Interesse daran bestehen, dass eine Autokratie keine Demokratie überfalle. „Es besteht daher eine politische Pflicht zur Unterstützung der Ukraine“, stellt Faber fest. Dafür müssten konsequente Maßnahmen auf den Tisch.

Sanktionen gegenüber „dem Aggressor Putin“ können dabei nur ein Anfang sein. Es müsse geschlossen gehandelt werden. „Denn westliche Unentschlossenheit wurde seit dem Einmarsch in Georgien 2008 und der Eroberung der Krim 2014 von Russland nicht nur schamlos ausgenutzt, sondern auch als das wahrgenommen, was es ist: Schwäche.“

Der Landkreis Stendal hatte über lange Zeit sehr gute Kontakte zur russischen Partnerregion Jarzewo, heißt es aus dem Büro des Landrates auf AZ-Nachfrage. Es fanden bis zum Jahr 2014 regelmäßig Austausche und Besuche statt. Gute Kontakte, um auf die aktuelle Lage zu reagieren, gebe es aber nicht mehr.

Trotz intensiver Bemühungen des Landkreises sei es nicht gelungen, diese Partnerschaft weiter mit Leben zu erfüllen. „Angebote unsererseits wurden nicht mehr angenommen. Der Kontakt brach ab. Insofern kann von einem Einfluss des Landkreises objektiv nicht mehr gesprochen werden“, erklärt Angela Vogel, Leiterin des Büros des Landrates.

Offenbar wolle Russland Europa destabilisieren, sagte Landrat Patrick Puhlmann (SPD) gestern Abend bei einer Kundgebung in Stendal. Deshalb müsste es, nicht unbedingt militärische, aber schmerzhafte Reaktionen für Russland geben.

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