Silvesternacht

Stendal: 90 Kameraden im Bereitschaftsdienst

Zehn Kameraden stehen mit Masken um einen brennenden Baumstamm herum.
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Die insgesamt 20-köpfige Wachbesetzung der Stendaler Feuerwehr macht sich auch zum Dienst in der Silvesternacht etwas Stimmung mit einem brennenden Baumstamm.

Wie in all den Jahren zuvor verzichteten ehrenamtliche Brandschützer der Stendaler Feuerwehren auf eine rauschende Silvesterparty mit der Familie oder dem Freundeskreis. Nicht weil es coronabedingt zu Einschränkungen der Party-Möglichkeiten kam, sondern weil sie die Bewohner der Ortschaften beschützen wollten.

Stendal - Die Stendaler Ortsfeuerwehren sind an 365 Tagen rund um die Uhr in Bereitschaft. Am Silvesterabend jedoch besetzen sie traditionell die Feuerwachen, um ein noch schnelleres Eingreifen bei Gefahren realisieren zu können. Insgesamt erklärten sich 90 Männer und Frauen der Wehren bereit, die Wachen auf den Dörfern um und in der Hansestadt zu besetzten. 20 Einsatzkräfte standen an der Von-Schill-Straße in Stendal bereit, um bei Einsätzen unverzüglich reagieren zu können.

Auf dieses Engagement seiner Feuerwehrtruppen ist der Stendaler Stadtwehrleiter Martin Jurga stolz, erfuhr die AZ im Gespräch. Nachdem am Silvesternachmittag eine Dieselspur in der Rolandstadt die Aufmerksamkeit der Feuerwehrtruppe auf sich zog, brannte am späten Abend auf dem Schützenplatz ein Pkw. In der Neujahrsnacht rückte die Stendaler Brandschutztruppe zu einem Terrassenbrand in den Eichenweg aus. Hier konnten sie durch ihr schnelles Eintreffen Schlimmeres verhindern.

Im vergangenen Jahr rückten die Stendaler Brandschützer 320 Mal unter Coronabedingungen aus. Sie löschten Brände und beseitigten 25 Ölspuren. Sie setzten bei sieben sogenannten ABC-Einsätzen (atomare, biologische und chemische Gefahren) ihr Leben aufs Spiel. Des Weiteren wurden die Brandschützer zu technischen Hilfeleistungen alarmiert.

Dabei hieß es bei der Menschenrettung, Personen aus Fahrstühlen zu befreien oder Türöffnungen für den Rettungsdienst durchzuführen. Bei der Tierrettung wurden nicht nur Hunde und Katzen aus aussichtslosen Situationen gerettet. Die Männer und Frauen fingen Schafe ein, befreiten einen Nutria aus einem Gulli-Schacht, setzten Bienen und Wespennester um und stellten sich dem Kampf mit Vogelspinne und Schlange.

Nach heftigen Stürmen beseitigten sie umgestürzte Bäume von den Straßen der Stadt und der näheren Umgebung. Auf ihren Fahnen steht „retten, bergen, löschen, schützen“, ehrenamtlich im Einsatz für die Gesellschaft. 429 Männer und Frauen stehen unermüdlich für die Sicherheit der Menschen in Stendal und den dazugehörigen Ortschaften bereit. Ihnen gebührt täglich Dank, Anerkennung sowie Wertschätzung ihres Ehrenamtes.

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