Kunden bleiben lieber zuhause / Veranstaltungen fallen weg

Stendal: 2G schmeckt Gastronomen nicht

In einem Restaurant steht ein Weihnachtsbaum. An einer Säule hängt ein Schild, das auf die 2G-Regel hinweist.
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Neben der der Jahreszeit angemessenen weihnachtlichen Dekoration hängen in den Gaststätten und Restaurants derzeit auch die Hinweise auf die geltende 2G-Regelung aus.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Zum zweiten Mal in Folge leidet die Gastronomie und der den Corona-Bestimmungen. Einige der Geschäftsleute finden 2G einschneidender als die Schließung der Innengastronomie. Besser als Lockdown sei es jedoch. 

Stendal – Das zweite Jahr in Folge müssen die Gewerbetreibenden und mit ihnen auch die Gastronomen mit Einschränkungen vor den Feiertagen zurechtkommen. Der große Unterschied zur Situation vor einem Jahr: Anstatt nur außer Haus verkaufen zu dürfen, ist die Innengastronomie geöffnet – steht aber seit Montag, 6. Dezember, nur Kunden die geimpft oder genesen sind zur Verfügung.

„Die Leute sind jetzt total verunsichert“, ist vom Team des Hot-Spot zu erfahren. Das liege auch an den unterschiedlichen Regeln, die in verschiedenen Bereichen des Lebens gelten. Arbeiten mit 3G, einkaufen mit 2G – da sei es nicht verwunderlich, dass Ungeimpfte der Innenstadt fernbleiben. Dabei sei genau jetzt die Zeit, in der die Bude meistens voll sein müsste. „Es ist kalt und die Leute wollen sich setzen“, heißt es vom Personal. Aber mit der Regelung seien den Gastronomen ganz schöne Knüppel zwischen die Beine geworfen worden – noch mehr als mit den Regelungen vom vergangenen Jahr.

Auch etwas abseits der Innenstadt ist die Lage nicht optimal. Die erst vor wenigen Monaten aufgestellten Tische im Celavi bleiben seit Anfang der Woche häufiger leer, erklärt die junge Dame, die mit dem aufgestellten Weihnachtsbaum meist alleine im Restaurant bleibt. Allgemein gebe es derzeit etwas weniger Kundschaft – und die bestelle ihr Essen lieber zum Abholen.

Für Jörg Engel Siersleben, Geschäftsführer vom Mainly ist die Situation schwer mit dem Vorjahr zu vergleichen. Eigentlich hätte der Innenbereich seines Lokals 2020 zum 1. November eröffnet werden sollen. „Aber der Lockdown kam uns dazwischen“, stellt er fest. Deshalb ging es mit dem schon vorher praktizierten Außerhaus-Verkauf weiter. Die große Umstellung bedeutete es damals also nicht. Jetzt seien jedoch die Einbußen spürbar. Weniger im Tagesgeschäft, der kürzliche Fernsehauftritt (AZ berichtete) habe für einen Zuwachs an Gästen gesorgt, aber mehr in den Veranstaltungsbuchungen. Gebuchte Feiern seien abgesagt oder verkleinert worden – wegen 2G, erklärt der Geschäftsführer.

Für die Gastronomie insgesamt sei die Lage angespannt. Bis zu 30 Prozent Personalverlust gebe es im Küchenbereich. Das sei auch ein Grund, wieso das Projekt der Außenstelle in Tangermünde derzeit auf Eis liegt. Bei der aktuellen Lage des Arbeitsmarktes sei das kaum zu stemmen.

Für die verbliebenen Kräfte sei die Arbeit zermürbend und mühsam – mit der weiteren Belastung, dass nun zusätzlich am Eingang auf 2G kontrolliert werden muss. Das sorge nicht nur dafür, dass ein Teil der potenziellen Kundschaft gar nicht erst ins Restaurant kommen kann, sondern auch dafür, dass ein Teil des Gefühles verloren geht. Schließlich gehe es beim „Essen Gehen“ nicht nur darum, zu essen, sondern auch sich wohlzufühlen. Die Kontrolle beim Betreten verpasse damit dem ganzen Aufenthalt zumindest einen kleinen Makel. Was die Zukunft bringt, muss sich zeigen. Sorge bestehe jedoch, dass die Situation, die sich eigentlich wieder normalisierte, von einem erneuten Lockdown wieder beschädigt wird.

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