Wohnmobile weiter in Warteschlange

Stellanlage am Stendaler Schützenplatz 2019 nicht mehr auf der Liste

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Nur ein Wohnmobil mit Hamburger Kennzeichen hat es dieser Tage auf den Schützenplatz verschlagen.

Stendal – Von einem ansprechenden und grünen Domizil für Caravans, wie es einst vom Stadtrat gewünscht worden war, ist der Stendaler Schützenplatz noch weit entfernt. Die Fläche wirkt kahl und trist. Nur hin und wieder verirrt sich dort ein Wohnmobil hin.

Grund genug, einmal bei der Stadtverwaltung nachzufragen. Sind die Bemühungen um eine attraktive Wohnmobil-Anlage, wie es sie beispielsweise in der Kaiserstadt Tangermünde gibt, eingeschlafen?

„Keinesfalls“, heißt es aus dem Büro des Oberbürgermeisters. „Der Platz wurde bereits vermessen und ein Planer beauftragt“, informiert Sprecher Armin Fischbach. Er räumt aber auch ein, dass mit einem Baubeginn in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen sei. Denn der Planungsentwurf muss im Stadtentwicklungsausschuss beschlossen werden.

Dessen Besetzung wird sich im Hinblick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen jedoch ändern. „Die Erfahrung lehrt, dass im Anschluss daran eine kurze Einarbeitungszeit nötig ist, ehe die Ausschüsse wieder mit voller Leistungsfähigkeit agieren können“, teilt Fischbach der AZ mit. Heißt also, der Schützenplatz steht weiterhin auf der Warteliste.

Im Juli vergangenen Jahres einigte sich das höchste Gremium der Stadt auf die Neuerrichtung der Wohnmobilanlage. Eine längst notwendige Entscheidung, denn die vorhandene, einfache Anlage am Schützenplatz „entspricht nicht den Anforderungen moderner Anlagen“, teilte die Stadt vergangenes Jahr mit.

Mindestens müsste dafür eine sichere Zufahrt, eine Stromversorgung, ein Trink- und Abwasseranschluss sowie eine ansprechende Gestaltung gegeben sein. Wenigstens die Wasser- und Stromanschlüsse sind in den Wallanlagen schon gegeben. Erweitert werden müssten diese aber dennoch, sagt Fischbach. Und: „Der Schützenplatz ist ja jetzt schon regelmäßige Veranstaltungsstätte für Schausteller, Zirkusleute und andere Veranstalter.“

Ein möglicher Nutzungskonflikt zwischen ihnen und Camping-Touristen war der Grund, warum in der Vergangenheit auch andere Standorte in Stendal, darunter auch der Uchtewall, geprüft worden waren. Letztendlich fiel die Wahl dennoch auf den Schützenplatz. Rund 235 000 Euro will die Stadt für die Umgestaltung des Standortes in die Hand nehmen. Die Frischekur für den Caravan-Stellplatz sei entscheidend für eine weitere touristische Entwicklung Stendals, heißt es aus dem Rathaus. Man erhofft sich, mit dem Angebot mehr Gäste in die Rolandstadt zu locken und sie dort für mehr Nächte als bisher zu halten.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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