Wohnmobil-Stellplatz soll moderner werden und am Nordwall bleiben

Steckdose in Sichtweite

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Ein Automat liefert frisches Nass und nimmt Abwasser per Münzwurf entgegen. Strom gibt es aber immer noch nicht. 

Stendal. Kaum punkten kann die größte Stadt der Altmark bei ihren Gästen, die alljährlich GPS-gesteuert über die Koordinaten N 52˚36’41“ – E 11˚51’37“ am Nordwall landen.

In der republikweiten Wohnmobilisten-Szene wird die Stendaler Caravan-Fläche als „schmuckloser Stellplatz“ beschrieben, auf dem „ständige Verkehrsgeräusche“ störten und wo es „zumindest nachts relativ ruhig“ sei, wie in einschlägigen Internet-Netzwerken nachzulesen ist. Aber das ist nicht das größte Problem, das SPD-Stadtrat Reinhard Weis mit dem Wohnmobil-Parkplatz der Kreisstadt hat.

Zuletzt vor zwei Jahren habe der Lokalpolitiker den Finger in die Wunde gelegt und gefordert, einen seit Jahren bestehenden Mangel zu beheben. Zwar biete die Fläche kostenlos Platz für bis zu 20 Wohnmobile und habe (sofern auf dem Schützenplatz nicht gerade ein Volksfest gefeiert wird oder ein Zirkus gastiert) auch genügend Raum für Modelle mit Überlänge. Auch gibt es Frischwasser und die Möglichkeit zur Abwasserentsorgung mithilfe eines Münzautomaten, der Platz befindet sich in zentraler Lage in direkter Nähe zur Innenstadt, es sind Hunde erlaubt und der Standort kann ganzjährig genutzt werden. Aber er ist der auch der Einzige weit und breit, der keinen Elektroanschluss bietet. Und damit will sich der Sozialdemokrat nicht abfinden, weshalb er die Angelegenheit am Montagabend im Stadtrat öffentlich zur Sprache gebracht hat. „Es war doch auch geplant, den Platz an einen anderen Standort zu verlegen“, erinnerte Weis an jüngst Ideen.

Und weil ein solcher auf mobile Gäste der Stadt ziemlich negativ wirkender Steckdosenmangel gar nicht nach dem Geschmack des Stendaler Oberbürgermeisters zu sein scheint, bekommt Weis vor versammelter Mannschaft auch gleich seine Antwort. Demnach habe die Stadtverwaltung ihr Augenmerk auf die Beschaffung des Wohnmobil-Parkplatzes „aufgrund der Standortsuche für eine neue Grundschule verschoben“, wie Klaus Schmatz (CDU) erklärt. Mögliche Alternativflächen seien etwa am Bruchweg und am Uchtewall im Gespräch gewesen. Nun deuteten aber alle Signale daraufhin, dass es keinen Umzug des Caravan-Stellplatzes geben werde. „Der jetzige Standort könnte bleiben“, kündigt das Stadtoberhaupt an. Und erklärt, dass alsbald Hand angelegt werden solle. Jedenfalls sei eine „verbesserte Infrastruktur“ geplant, nimmt so auch Weis zur Kenntnis.

Von Antje Mahrhold

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