Zwischenlösung

Statt Stendal: Bernburg nimmt vorerst Flüchtlinge auf

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In Klietz waren besonders schutzbedürftige Flüchtlinge bis Anfang 2018 untergebracht.

Magdeburg / Stendal – Das Land Sachsen-Anhalt erhält vorübergehend eine weitere Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Wie das Innenministerium mitteilt, werde der Standort Bernburg erneut für die Unterbringung von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen genutzt.

Ab Montag werde die Einrichtung auf dem Gelände des AMEOS-Klinikums ihren Betrieb wieder aufnehmen. Der Standort habe sich bereits im Jahr 2016 bewährt.

Dort würden ausschließlich besonders schutzbedürftige Flüchtlinge untergebracht. Das seien allein und allein mit Kindern reisende Frauen sowie Familien mit minderjährigen Kindern. 150 Plätze würden dafür zunächst in Bernburg vorgehalten. Das entspreche in etwa der Kapazität der ehemaligen Einrichtung Klietz, die zwischen September 2015 bis Juni 2018 am Netz war. Laut Innenministerium sei Bernburg eine Zwischenlösung, bis die Einrichtung in Stendal fertiggestellt ist, die laut Landesaufnahmekonzeption diese Personengruppe künftig aufnehmen soll.

Auf dem Gelände der früheren Grenztruppenkaserne haben laut Auskunft des für den Bau zuständigen Finanzministeriums nach längerer Verzögerung jetzt die eigentlichen Arbeiten begonnen. Pressesprecher Wolfgang Borchert begründet den Zeitverzug mit ursprünglich nicht geplanten Aufwendungen, zum Beispiel für eine Zufahrtsstraße, eine neue Trafostation und die Entkernung der Gebäude. Bis Ende 2022 soll das 30 Millionen Euro teure Projekt nun fertig sein.

Ausgelegt ist die Stendaler Einrichtung auf bis zu 1.000 Personen. Das Innenministerium geht nur von einem etwa halb so großen Bedarf aus. Momentan sind die Flüchtlingszahlen auch in Sachsen-Anhalt rückläufig, sodass wohl nicht einmal die Kapazität in Bernburg voll ausgeschöpft werde.

VON CHRISTIAN WOHLT

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