Pläne für Neubau: Berliner Netzbetreiber mildert Folgen der deutschen Teilung

Starke Windstrom-Leitung läuft in Rochau parallel

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Die 380-Kilovolt-Freileitung von Perleberg nach Wolmirstedt führt quer durch den Landkreis Stendal.

Landkreis Stendal. Ost-West-Lückenschluss auf 106 Kilometern: Quer durch den Landkreis Stendal will der in Berlin ansässige Übertragungsnetzbetreiber „50 Hertz Transmission“ eine leistungsstarke Freileitung bauen.

Die Wirtschaftsader ist nötig, weil immer mehr Windräder-Strom transportiert werden muss. Sie ersetzt Teile der „Fernstrecke“ Wolmirstedt-Güstrow, die aus den Fünfzigerjahren stammt. Die neue 380-Kilovolt-Hochspannungstrasse verbindet den Abschnitt Perleberg (Brandenburg) mit Wolmirstedt im Landkreis Börde. Die mit Hochtemperaturseilen aufwartende Freileitung verläuft in der Ostaltmark überwiegend auf dem Korridor der bisherigen 220-Kilovolt-Leitung.

„Lediglich in den Abschnitten Rochau bis Schinne, Klein Möringen bis zum Umspannwerk Stendal-West sowie von dort bis Groß Schwarzlosen verlässt die neue Leitung die vorhandene Trasse, um durchgängig parallel zur Leitung Lubmin/Stendal-West geführt zu werden. Ab Klein Möringen soll aus technischen Gründen ein viersystemiger Abschnitt gebaut werden, der ins Umspannwerk Stendal-West mündet“, gibt der Netzbetreiber bekannt.

Der Bau der Trasse mildert Folgen der deutschen Teilung, weil er hilft, die Stromnetze der neuen und alten Bundesländer zu verbinden. Betroffen vom gerade gestarteten Planfeststellungsverfahren sind die Orte Losenrade, Geestgottberg, Beuster, Seehausen, Behrend, Schönberg, Falkenberg, Dobbrun, Meseberg, Osterburg, Düsedau, Erxleben, Rochau, Häsewig, Steinfeld, Schinne, Kläden, Möringen und Nahrstedt. Am meisten vom Bauvorhaben tangiert sind Grundstückseigentümer der Gemarkungen Möringen und Nahrstedt. Einwände gegen den Stromtrassenbau sind bis zum 4. Dezember entweder beim Landesverwaltungsamt in Halle oder im Planungsamt der Hansestadt Stendal möglich. Unterlagen können auch in den Dienstsitzen der Verbandsgemeinde in Goldbeck und Arneburg eingesehen werden.

Von Antje Mahrhold

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