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Standing Ovations für super Brandenburger

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Chefdirigent Michael Helmrath bewies sich als humoriger Moderator des Neujahrskonzerts. Besonders unterhaltsam war das Stück „The Typewriter“ mit Reiseschreibmaschine. © Hammer

hh Stendal. Als „Goldener Schuss“ aus der bekannten Fernsehserie Vico Torrianis erwies sich 2011 der Kooperationsvertrag, den TdA-Intendant Dirk Löschner mit den Brandenburger Sinfonikern abgeschlossen hat.

Das Orchester unter seinem Chefdirigenten, Generalmusikdirektor (GMD) Michael Helmrath ist seitdem zum nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil des Stendaler Musiklebens geworden.

So gastieren die Sinfoniker vor restlos ausverkauftem Haus mit einem schwungvoll, heiterem Neujahrskonzert. Die Programmfolge riss die Zuhörer zu immer stärker werdenden Beifallsbekundungen hin. Die musikalische Reise durch Europa und die Welt von Russland über Italien, England und den USA nach dem walzerseligen Österreich war dazu auch Anregung genug.

Dmitri Schostakowitsch eröffnete die Musikfolge. Der in der Stalin-Ära geächtete Komponist verstand es über alle Unbilden hinweg, sich seinen musikalischen Humor zu erhalten. Nach Stalins Tod konnte er überschwänglich auch im heiteren Genre aus dem Vollen schöpfen. „Eine Fahrt durch Moskau“, sein „Walzer Nr. 2“ und der „Galopp“ aus der Ballettsuite Nr. 1 sind beredte Zeugnisse dafür. Mit einfachsten kompositorischen Mitteln erzeugt Schostakowitsch erstaunliche Effekte, die von den Brandenburger Sinfonikern ergiebig ausgelotet wurden.

Peter Iljitsch Tschaikowskis Erfolgsballett „Schwanensee“ schloss sich melodienreich empfindsam ausgelotet mit Hauptthemen aus der Suite an. Konzertmeister und Solocellist gaben dabei dem Pas de deux ihr musikalisches Flair, das die Zuhörer mit reichem Beifall bedachten.

Nach der Pause führte Helmrath wortgewandt durch die musikalische Reise. Ponchiellis „Tanz der Stunden“ ist bleibendes Juwel aus dessen fast vergessener Oper „La Gioconda“ stand zu Recht im Programm.

Es folgte Swingmusik besten Stils mit Eric Coates „Knightsbridge  March“.

Leroy Anderson wird vielfach der Johann Strauß der USA genannt wegen seiner vielseitigen musikalischen Einfälle. Sein wohl originellster erklang unter anderem mit „The Typewriter“ im Konzert, bei dem sich einer der Brandenburger Schlagzeuger als Solist an der Reiseschreibmaschine feiern ließ.

Johann Strauß beschloss mit zwei Polkas und dem Kaiser- Franz-Josef-Marsch sowie dem Stück „An der schönen blauen Donau“ das offizielle Programm.

Drei Zugaben erklatschten die Besucher dann noch. Dabei erklärte GMD Helmrath augenzwinkernd, er entschuldige sich für das leichtfertig in Zeiten der Euro-Krise aufgenommene „Leichte Blut“ und fügte die „Seufzerpolka“ hinzu.

Auch nach dem schon traditionellen Abschieds-Radetzky-Marsch brachten die Stendaler den musikalischen Gästen noch minutenlang Standing Ovations entgegen.

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