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Beverley für Stendal mehr als ein Freund

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Von: Marco Hertzfeld

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Beverly ist reich an historischen Gebäuden.
Das ostenglische Beverley scheint durchaus reich an historischen Gebäuden. Die Ursprünge der Stadt sollen sogar auf das 7. Jahrhundert zurückgehen. © imago

Das altmärkische Stendal und das ostenglische Beverley könnten eine Städtepartnerschaft eingehen. Bislang seien beide nur Freunde, heißt es.

Stendal – Eine lockere Beziehung führen Stendal im Norden Sachsen-Anhalts und Beverley im Osten Englands offensichtlich schon länger. Nun soll aus der Freundschaft eine Partnerschaft werden. Die Altmärker wollen den Briten eine Städtepartnerschaft anbieten. Oberbürgermeister (OB) Bastian Sieler (parteilos) soll ihnen das Angebot übermitteln. Die Partnerschaft möge durch eine Vertragsunterzeichnung dokumentiert werden. Dies alles findet sich in einem Beschlusspapier aus dem Büro des OB, das dem Stadtrat für den 4. Oktober vorliegt. Das Ganze ist letztendlich ein Antrag des Stadtratsvorstandes und spiegelt den Wunsch der im Hauptausschuss vertretenden Fraktionen wider.

Ratsbeschluss für Oktober avisiert

Durch Stendals Partnerstadt Lemgo (Nordrhein-Westfalen), die seit vielen Jahren partnerschaftliche Beziehungen zu den Engländern unterhalte, hätten sich bereits freundschaftliche Kontakte zwischen Bürgern aus Stendal und Beverley entwickelt. In dem Papier ist die Rede von wechselseitigen Besuchen und gemeinsamen Fahrten sowie von vermittelten Praktikumsplätzen und organisierten kulturellen Veranstaltungen. „Sowohl die Stendaler Partnerschaftsgesellschaft als auch die entsprechende Vereinigung in Beverley, die Beverley-Lemgo Twinning Association, haben darum gebeten, die seit über 30 Jahren bestehenden Kontakte nunmehr in eine offizielle Städtepartnerschaft zu überführen.“

Lemgo und Verein befeuern Initiative

Großbritannien habe ja die Europäische Union, kurz EU, zwischenzeitlich verlassen. Dennoch oder vielmehr: Eine Städtepartnerschaft würde dazu beitragen, die bestehenden Kontakte zu unterstützen und zu stärken, heißt es. Und sowieso: Weil an allen weiterführenden Schulen die englische Sprache unterrichtet werde, sei „mit Kommunikationsschwierigkeiten grundsätzlich nicht zu rechnen“. Der Stadtratsvorstand weiter: „Wir sollten daher dem aus der Bürgerschaft beider Städte geäußerten Wunsch entsprechen und im Einvernehmen mit Beverley eine Partnerschaftsvereinbarung abschließen.“ Die ostenglische Kommune hat annähernd 30.000 Einwohner.

EU-Aus der Briten soll nicht bremsen

Es wäre nicht die erste Städtepartnerschaft für Stendal. Die Kreisstadt ist verschwestert mit Pulawy in Polen, Svitavy in Tschechien, Grenoble in Frankreich und eben Lemgo im Westen Deutschlands. Die Partnerschaften sind unterschiedlich intensiv. Lemgo und Pulawy dürften seit Längerem am stärksten gelebt sein. Wer es nicht weiß: Ziel der Stendaler Partnerschaftsgesellschaft ist die „Förderung der Völkerverständigung durch die Pflege der kommunalen partnerschaftlichen Beziehungen“. Nicht zuletzt geht es den etwa 35 Mitgliedern auch darum, die Kontakte zwischen Schulen, Jugendgruppen und Vereinen zu fördern. Vereinsvorsitzender ist Steffen Tank.

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