Strom und Gas soll in „eine Hand“ / Mehr Ausbildungsplätze

Stadtwerke Stendal planen Solarpark

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Geschäftsführer Thomas Bräuer (M.) hat Stadträte durch die Strom- und Wärmefabrik an der Schillerstraße geführt.

Stendal – 13,51 Megawatt leisten die neuen Kraft-Wärme-Kopplungsmaschinen der Stadtwerke an der Schillerstraße. Etwa 4,5 Megawatt sind das pro Maschine, berichtet Kraftwerksleiter Tobias Brettschneider am Montagabend beim Besuch der Stadtratsfraktion SPD/FDP/Ortsteile.

Drei riesige Kraft-Wärme-Kopplungs-Maschinen waren vor etwa einem Jahr angeschafft worden.

Jeder dieser Kraftprotze habe etwa eine Million Euro gekostet. Ungefähr 500 000 Liter Gas werden im Jahr eingekauft. Die Menge schwanke je nach Temperaturprognose.

Der Blick auf einen PC-Monitor im Büro des Heizkraftwerkschefs zeigt, was sich in den drei Kesseln bei drei Grad Außentemperatur gerade tut.

Mit dem Kraftwerk seien die Stadtwerke flexibel und größeren Konzernen in einigen Bereichen sogar voraus, erklärt Geschäftsführer Thomas Bräuer. Der Strompreis bleibe konstant. Mitarbeiter würden geschult und ihren Zuständigkeitsbereich bis ins Detail kennen. Die Atmosphäre sei familiär. Auch könnten Entscheidungen wesentlich schneller getroffen werden. Ziel der Stadtwerke sei die Daseinsfürsorge und nicht das Interesse von Anteilseignern, wie dies etwa bei Aktiengesellschaften der Fall sei.

Die Erneuerung des Kraftwerks sei im Rahmen der Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts der Hansestadt Stendal erfolgt. Der Ausstoß liege nun bei 40 bis 50 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Er liege damit im unteren Bereich.

Besonders stolz ist der Kraftwerksleiter auf die Abgasreinigung. Sogar die Verwendung des Reinigungsstoffs Adblue sei möglich, der an Tankstellen für Lkw und Dieselfahrzeuge zu haben sei. Es handele es sich um eine „zukunftssichere und umweltsaubere“ Produktion. Außerdem werde an dem Standort eine Freiflächen-Fotovoltaikanlage mit 769 kW Maximalleistung bis Ende des Jahres auf einer Fläche von bis zu 8000 Quadratmetern geplant.

Der höchste Schornstein der Anlage ist 52 Meter hoch. „Das schwankt ganz schön, da oben“, berichtet Brettschneider seinen Gästen.

Strom und Gasversorgung möchte der Stadtwerke-Chef unter einem Dach sehen. Es gebe einige Ortsteile, die bis 2010 nicht zu Stendal eingemeindet waren. Dort seien andere Versorger vorhanden. Es sei aber wichtig, dass alles „in eine Hand“ komme, dafür würden die Stadtwerke „alles tun“. Windenergie sei im Stadtgebiet nicht geplant, weil es an Flächen fehle.

Jungen Leuten macht Bräuer Hoffnung. Da das Durchschnittsalter der Stadtwerke-Beschäftigten steige, sollen mehr Ausbildungsplätze, besonders im technischen Bereich, geschaffen werden. Auch sei das Personal am Erfolg beteiligt und es gebe eine Tarifbindung.

VON SIMON GERSTNER

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