Zwei Anlagen in Betrieb / Wasserumwälzung sorgt für Schlammabbau / Belüftung soll Fischsterben verhindern

Frische Luft für Stendaler Stadtseefische

Mit einem Kran wird eine Belüftungsanlage in den Stendaler Stadtsee abgesetzt. Zwei Männer im Vordergrund führen das Saugrohr.
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Die Belüftungsanlage wird mit einem Kran zu Wasser gelassen.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Beim zweiten Mal klappt es immer besser. So auch am Stadtsee: Die Belüftungsanlagen, die schon Ende Januar eingebaut werden sollten, konnten installiert werden und in Betrieb gehen. 

Stendal – Nicht ganz einen Monat später hat es das Wetter zugelassen: Nachdem die Installation der Belüftungsanlagen für den Stadtsee Ende Januar wegen der dicken Eisschicht ausgefallen ist, hat das Team aus Freudenstadt gestern den zweiten Versuch gewagt und die beiden neuen Inseln aufgebaut. Diese waren in der Zwischenzeit bei einer lokalen Firma untergebracht worden.

„An manchen Stellen steht der Schlamm rund 80 Zentimeter hoch“, erklärt Annegret Schröder vom städtischen Tiefbauamt. Bei einem künstlichen Gewässer wie dem Stadtsee käme das vor. Bemerkenswert ist das insbesondere, weil er an den meisten Stellen nur 1,80 Meter tief ist. Viele Faktoren tragen zur starken „Eutrophierung des Gewässers“, wie es im Fachjargon heißt, bei. Fehlende Pflanzen, dort lebende Fische und Enten sorgen dafür, dass der See mit einigen Nährstoffen angereichert wird – im Gegensatz dazu sinkt jedoch die Sauerstoffsättigung. Entweder könne man zuschauen, wie diese Vorgänge das Gewässer aus dem Gleichgewicht bringen oder tätig werden. „Wir helfen, dass es wieder passt“, sagt Schröder.

In einiger Entfernung wird das Saugrohr mit einem Gewicht verankert.

Dafür dienen die Anlagen der Freudenstädter Firma. An der Oberfläche dreht sich ein Schaufelrad, das das Wasser zu den Seiten wegdrückt. Deswegen entsteht im rund 15 Meter langen Saugschlauch ein Sog. Das Wasser wird aus der Tiefe an die Oberfläche gespült, kann sich dort mit Sauerstoff ansättigen und so die Zerfallsprozesse des Schlamms am Seegrund beschleunigen. Vor der Anschaffung habe sich Schröder bei anderen Gemeinden, die bereits derartige Anlagen in Betrieb haben, erkundigt. Diese hätten jeweils gesagt, dass sich der Zustand ihrer Gewässer verbessert hätte, auch wenn es sich dabei um andere als in Stendal gehandelt habe.

Neben den beiden solarbetriebenen Geräten im Westteil des Sees gibt es auch weiter östlich eine Boje. Diese wird benutzt, um einen festen Messpunkt zu haben, erklärt Alexander Wirth, stellvertretender Geschäftsleiter der Firma. Die Ergebnisse zum Start der Umwälzer würden zunächst der Hansestadt zur Verfügung gestellt, berichtet Wirth auf AZ-Nachfrage.

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