„Stadtjubiläum im Vordergrund“

Landesgartenschau im Städtedreieck Ostaltmark blüht vorerst nicht auf

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Zur Landesgartenschau in Burg bei Magdeburg wurde tatkräftig gepflanzt.

Stendal/Tangermünde – Bunte Blumenbeete, außergewöhnliche Ausstellungen rund um verschiedene Pflanzen und Besucherscharen aus dem ganzen Land – das alles kann mit einer Landesgartenschau in Bezug gebracht werden.

Aber wäre so ein Vorhaben auch in der Region um Stendal möglich?.

Pressesprecher Philipp Krüger erklärt auf AZ-Anfrage: „Grundsätzlich steht die Hansestadt Stendal so einem Vorhaben positiv gegenüber und würde sich dann auch zu gegebener Zeit entsprechend einbringen.“ Jedoch macht der 33-Jährige auch deutlich, dass die Rolandstadt ihre Prioritäten derzeit auf andere bevorstehende Ereignisse verlegt hat. „Jedoch stehen für die Hansestadt die Feierlichkeiten zum 1000-jährigen Bestehen und einem möglichen Sachsen-Anhalt-Tag 2022 im Vordergrund“, berichtet Krüger und nimmt der Angelegenheit damit etwas Wind aus den Segeln.

Die Frage nach einer Landesgartenschau im Städtedreieck Stendal-Arneburg-Tangermünde war Ende vergangenen Jahres in Tangermünde aufgekommen. Ein Anwohner hatte den Vorschlag in den Ausschüssen vorgetragen, woraufhin in den Gremien über einen Beschluss zur Prüfung und Kostenfeststellung gesprochen wurde. Im Tangermünder Stadtrat hat es dazu noch keine Entscheidung gegeben. In einem waren sich Stadt und Ausschussmitglieder allerdings von vorne herein einig: Für die Kaiserstadt allein ist diese Veranstaltung eine Nummer zu groß – darum der Blick nach Arneburg und Stendal.

Durch eine Landesgartenschau werde in der Region neue Infrastruktur geschaffen. Der Fokus liege eher auf brachliegende Flächen, unattraktive und verwaiste Bereiche, die in diesem Zuge einer Schönheitskur unterzogen werden. Die Gegend soll nachhaltig davon profitieren. Dass der Region langfristig mehr von einer Landesgartenschau als von einem Sachsen-Anhalt Tag bleibe, das sehe auch die Kreisstadt ein, berichtet Krüger. Aber das Städtejubiläum im Jahr 2022 stünde nun einmal fest „lässt sich schwer verschieben“, gibt der Pressesprecher zu bedenken.

Um das Großereignis umzusetzen, müssten ohnehin zahlreiche Vorbereitungen getroffen werden. Neben einem Beschluss des Stadtrates dazu sei es auch Voraussetzung, frühzeitig finanzielle Rücklagen zu bilden, informiert Krüger. Auch Tangermündes Stadtoberhaupt Jürgen Pyrdok (parteilos) hatte sich zu den Finanzen erkundigt und den Tangermünder Räten mitgeteilt, dass für ihn das finanzielle Risiko „absolut unüberschaubar“ sei. Eine einfache Recherche im Internet habe Defizite von drei bis fünf Millionen Euro für die Gastgeber ergeben. – Die fünfte Landesgartenschau soll 2022 nach Bad Dürrenberg (Saalekreis) einladen.

VON LAURA KÜHN

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