„Wird keinesfalls aufgegeben“

Stadt und Wirtschaftsförderer wirken bei nördlicher Breiter Straße ziemlich ratlos

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Die nördliche Breite Straße in Stendal hat schon bessere Zeiten gesehen.

Stendal. Die nördliche Breite Straße ist ein strukturelles Sorgenkind der Stadt. Gerade im oberen Bereich herrscht Tristesse, allein der Wind fegt über den Gehweg, Geschäfte stehen leer – und das im Herzen Stendals.

In einem ehemaligen Einkaufsmarkt ist ein Sozialverein eingezogen, immerhin. Das größte Gebäude in dem Bereich, das frühere Uppstall-Kaufhaus, ist nun allerdings schon seit etwa vier Jahren ohne Leben. Benachbarte Händler und Bürger können sich nur wundern. Die rolandstädtische Verwaltung scheint ziemlich rat- und konzeptlos. Aber: „Das Gebiet ist und wird keinesfalls aufgegeben“, verspricht Rathaussprecher Klaus Ortmann auf Anfrage der AZ.

Schon seit vielen Jahren sei die städtische Wirtschaftsförderung mit den Grundstückseigentümern und potentiellen Interessenten permanent in Kontakt und vermittele, sobald entsprechende Ansiedlungsanfragen eingehen. „Darüber hinaus wird gezielt nach Einzelhändlern gesucht, die an einer Ansiedlung in Stendals Innenstadt interessiert sind.“ Die Fußgängerzone, die südliche Breite Straße, sei nun einmal die beliebteste Einkaufsmeile Stendals. An der Peripherie komme es vielmehr darauf an, das Angebot abzurunden oder Geschäftsfelder anzusiedeln, die in dieser Lage tragfähig seien.

„Daran arbeitet unsere Wirtschaftsförderung. Das ist auch schon in der nördlichen Breiten Straße gelungen, wie die Existenz vieler Geschäfte in diesem Areal seit vielen Jahren beweist“, findet Stendals Stadtsprecher Ortmann.

Und überhaupt: „Die sogenannten 1a-Lagen sind in Stendal gut belegt und werden von Interessenten auch entsprechend nachgefragt.“ Letztendlich seien bei allen Überlegungen auch die nicht unerhebliche Flächenausdehnung der Stendaler Innenstadt und die vorhandene Kaufkraft in der Region zu beachten, so Ortmann gegenüber der AZ.

In Sachen nördlicher Breiter Straße brauchen die kommunalen Wirtschaftsförderer einen langen Atem. Für die Frage, ob es für das einstige Kaufhaus inzwischen einen Interessenten gibt, ist der zuständige Regionalmanager einer Hamburger Immobilienfirma bislang nicht zu erreichen gewesen. Im südlichen Bereich, Stendals Einkaufsmeile, sind auch nicht mehr alle Geschäfte besetzt. Wie es dort weitergeht, bleibt auch abzuwarten.

Von Marco Hertzfeld

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