jährlich sechsstellige Einnahmen

Stadt verkauft Adressen ihrer Einwohner

mei Stendal. Die Stadt Stendal verkauft Adressen ihrer Einwohner und hat damit eine nicht unwesentliche Einnahmequelle. Sechs Euro kostet es nämlich, wenn Name und Adresse mitgeteilt werden. Neun Euro werden bei weitergehenden Auskünften fällig.

Etwa 400 Anfragen nach solchen Daten hat die Stadt pro Woche, das macht pro Jahr Einnahmen in Höhe von etwa 120 000 Euro.

Stendaler können widersprechen

Die Hansestadt handelt mit dem Verkauf der Daten nicht rechtswidrig, es sei denn, ein Bürger will das nicht. Dann muss dieser aber ins Einwohnermeldeamt gehen und dem Verkauf seiner Daten widersprechen. Begründet werden muss das nicht. Allerdings ist so ein Widerspruch nur zwei Jahre gültig und müsste dann gegebenenfalls erneuert werden. Viele Bürger wissen das nicht, sodass nach Informationen von Stadtrat Olaf Lincke (Piraten) nur 13 Prozent der Stendaler von diesem Recht Gebrauch gemacht haben. Die Piraten haben sich deshalb auf die Fahnen geschrieben, die Bürger darüber zu informieren, dass sie dieses Widerspruchsrecht haben.

Parteien und Banken kaufen die Daten

Nach Informationen aus der Stendaler Stadtverwaltung sind es vorwiegend Parteien, Banken, Energieversorger, Rechtsanwälte, Vermieter und Inkassounternehmen, die die Adressen von Einwohnern der Rolandstadt kaufen. Die Kosten in Höhe von sechs Euro für einfache Melderegisterauskünfte bzw. neun Euro für erweitere Registerauskünfte richten sich nach der „Allgemeinen Gebührenordnung des Landes Sachsen-Anhalt“, erklärt Oberbürgermeister Klaus Schmotz.

Von Ulrike Meineke

Rubriklistenbild: © dpa

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