Stadt gestaltet Kirchengelände um

Domplatz in Stendal fordert irdischen Euro

Wege durchziehen den Domplatz in Stendal. Bäume dominieren das Gelände.
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Ein Blick von der Treppe des Landgerichts auf den Domplatz in Stendal. Wie genau die Fläche in der Altstadt gestaltet wird, scheint noch nicht abschließend geklärt. Jedenfalls soll sie spürbar an Qualität gewinnen.
  • Marco Hertzfeld
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Der Domplatz in Stendal soll umgestaltet werden. Das Gelände in der Altstadt gehört der Kirche. Da es öffentlich genutzt wird, ist die Stadt am Zug.

Stendal – Der Domplatz in Stendal scheint bekannt und geschätzt und doch bislang irgendwie links liegen gelassen. Die Kommune hat das Gelände in ihr städtebauliches Gesamtkonzept geschrieben, in eines der wohl wichtigeren Papiere für die nächsten Jahre überhaupt. Mehr als eine halbe Million Euro sollen 2028 und 2029 über das Programm „Lebendige Zentren“ nahe Gotteshaus, Landgericht und Privatgymnasium investiert werden. Wer sich dafür schon erste konkrete Ideen erhofft, den muss Armin Fischbach vertrösten. „Nähere Planungsinhalte liegen noch nicht vor“, teilt der Rathaussprecher auf Nachfrage der AZ mit. Was bereits klar ist: „Die gesamte Freifläche soll eine Neugestaltung erfahren.“

In Absprache mit sakraler Gemeinde

In der Tat sei der Domplatz mittlerweile stark in die Jahre gekommen. „Was sich gleichermaßen auf seine symbolische Strahlkraft und seine Erholungsfunktion niederschlägt.“ Die das Areal einrahmenden Bäume befinden sich demnach teilweise in einem schlechten Zustand und die Möblierung ist stark veraltet. „Auch die Freiflächen vermitteln keinen modernen Eindruck mehr und sind schlicht und einfach nicht mehr schön anzusehen“, schätzt Fischbach nach Rücksprache mit dem Fachamt ein. Und weiter: „Insofern bedarf der Platz als wichtiges städtebauliches Bindeglied in der Altstadt einer umfassenden Aufwertung in Form einer komplexen Neu- beziehungsweise Umgestaltung.“

Halbe Million Euro für 2028/29 geplant

Mit dem Domplatz gemeint sei der gesamte Bereich nördlich des Doms bis zur Straße hin. „Die Fläche gehört zwar der Kirche, in Anbetracht der öffentlichen Nutzung ist aber die Hansestadt für die Unterhaltung und im Weiteren für die bauliche Gestaltung zuständig. Wir befinden uns dabei natürlich in Abstimmung mit der Kirchengemeinde.“ Der Rathaussprecher weiter: „Neben der Bedeutung als Naherholungsraum hat der Domplatz natürlich auch einen hohen Stellenwert in Bezug auf die baukulturelle Entwicklung der historischen Altstadt, insbesondere aber auf das unmittelbare Areal des Doms.“ Wie genau die Stadt den passenden Akzent derart nah einem Sakralbau setzen will, wird sich zeigen.

Bänke und Bäume schon vorgemerkt

Beim Dom St. Nikolaus handelt es sich um eine spätgotische Backsteinkirche. Nach Süden hin schließt sich der Kreuzgang mit dem Kapitelhaus an. Der Westflügel war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden und wurde vor einigen Jahren neu aufgebaut. Für das weltliche Stendal hat der sakrale Komplex nicht zuletzt auch in touristischer Hinsicht eine Bedeutung. Für die Um- und Neugestaltung des Domplatzes sind insgesamt 550.000 Euro vorgesehen, 440.000 Euro Bundes- und Landesmittel sowie 110.000 Euro Eigenmittel. Das besagte städtebauliche Gesamtkonzept umfasst mehrere Dutzend Vorhaben, ist mehr als 40 Millionen Euro schwer und beschäftigt den Stadtrat am 19. Juli (die AZ berichtete).

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