Ob es 2019 mit dem Tunnel etwas wird, ist noch unklar / „Weitere Jahre mit Einschränkungen“

Stadt hadert mit der Bahn

Die Bahnsteige sind weiterhin nur über Treppen zu erreichen. Das bleibt auch die nächsten Jahre so. Vor Mitte 2019 will die Deutsche Bahn den Tunnel nicht bauen.
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Die Bahnsteige sind weiterhin nur über Treppen zu erreichen. Das bleibt auch die nächsten Jahre so. Vor Mitte 2019 will die Deutsche Bahn den Tunnel nicht bauen.
  • Ulrike Meineke
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Stendal. Nachdem Stendals Bahnhof angesichts fehlender Fahrstühle deutschlandweit traurige Berühmtheit erlangt hat (AZ berichtete), bleibt es für die Deutsche Bahn dabei, das Problem nicht vor Mitte 2019 anzugehen.

Ob es dann etwas wird mit dem Tunnel samt integrierter Aufzüge, steht noch nicht fest, denn das ist nach Angaben der Bahn „von aktuellen Baumaßnahmen“, unter anderem im Eisenbahnknoten Magdeburg, abhängig. „Das bedeutet für behinderte und ältere Reisende und auch für die Nutzer des Tunneldurchgangs zur Lüderitzer Straße weitere Jahre mit Einschränkungen“, kommentierte gestern Stadtsprecher Klaus Ortmann. Oberbürgermeister Klaus Schmotz habe mit Unverständnis auf den erneut verschobenen Tunnelbau reagiert. Die Hansestadt Stendal habe als Partnerin der Deutschen Bahn AG die gemeinsamen Bauprojekte in den vergangenen Jahren pünktlich und zuverlässig in der Umsetzung abgearbeitet. Ein ganz neuer Tunnel biete aber auch die Chance, dass er nach modernsten Gesichtspunkten gebaut und der ganze Bahnhof nachhaltig barrierefrei gestaltet wird.

Bisher sind am Bahnhof alle Bahnsteigdächer saniert worden. Es gibt neue Lampen und der Tunnel wurde zur Lüderitzer Straße verlängert. Bei diesen Arbeiten war deutlich geworden, dass der Grundwasserspiegel stark angestiegen ist. Deshalb habe man den Plan, Aufzüge in den vorhandenen Tunnel einzubauen, verwerfen müssen, erklärt die Magdeburger DB-Bahnhofsmanagerin Karin Meyer.

Im September dieses Jahres will die Bahn indes mit dem Bau eines Haltepunktes an der Hochschule Stendal (neben der Eisenbahnbrücke Osterburger Straße) beginnen. Geplant sind zwei 155 Meter lange Bahnsteige mit Wegeleit- und Informationssystem, Beleuchtung und Wetterschutz. Bahn und Land investieren dafür rund 2,2 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme ist für 2018 vorgesehen.

Von Ulrike Meineke

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