Um- und Ausbau der alten Kasernen zur Asylbewerber-Anlaufstelle kostet 20 Millionen Euro

Stacheldraht sichert die neue ZASt in Stendal

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Das ehemalige Grenztruppen-Areal an der Gardelegener Straße in Stendal wird zur Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) aus- und vor allem umgebaut. 20 Millionen Euro sollen an diesem Standort bis einschließlich 2018 investiert werden.

Stendal. 20 Millionen Euro werden bis Ende 2018 in den Um- und Ausbau des ehemaligen Grenztruppen-Areals an der Gardelegener Straße in Stendal investiert. Dort entsteht eine Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt).

Zugang zum Gelände haben nur THW-Mitglieder, Zollbeamte, Kunden der Behörde und ausgewählte Privatleute.

„Zutritt verboten“ steht auf Schildern an dem Privatgelände, auf dem noch das Technische Hilfswerk (THW) und der Zoll mit täglichem Kundenverkehr ansässig sind. Dort, wo bis kurz vor der Wehrpflicht-Reform noch junge Männer auf ihre Tauglichkeit hin untersucht wurden und unter anderem auch das Kreiswehrersatzamt seinen Sitz hatte, werden dieser Tage die Gebäude entkernt.

Ein Stacheldrahtzaun sichert das Gelände.

Das Areal an der Gardelegener Straße diente bereits vielen Zwecken, unter anderem den Grenztruppen der ehemaligen DDR. Ein stabiler Zaun umgibt nun das Gelände rechtsseitig an dem geradlinig verlaufenden Betonplattenweg. Schon Ende dieses Jahres sollen die ersten Asylbewerber in die neue ZASt des Landes Sachsen-Anhalt einziehen. Sie soll 1000 Menschen Platz bieten und auf 2000 Plätze erweiterungsfähig sein.

Im September 2015 hatte die Landesregierung das Konzept für die Betreuung und Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen in Sachsen-Anhalt beschlossen. Darin sind die geplanten Kosten für den Umbau der Stendaler Anlaufstelle aufgeführt. So waren für das vergangene Jahr rund 250 000 Euro vorgesehen. In diesem Jahr sollen zehn Millionen Euro für den weiteren Umbau folgen. Und auch in den folgenden zwei Jahren sind 9,75 Millionen Euro vorgesehen.

Damit wird in Stendal mehr investiert als in der Landesaufnahmestelle Magdeburg (15,7 Millionen Euro in 2015 / 16) und der ZASt Halberstadt (2015: 1,5 Millionen Euro plus 1,64 Millionen Euro im laufenden Jahr).

Auf dem Gelände an der Gardelegener Straße muss zunächst der illegal abgeladene Müll entsorgt werden.

Von Alexander Postolache

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