Schulneubau birgt zusätzliche Nutzer / Boxer suchen größere Trainingsstätte

Sporthalle im Rampenlicht: „Haferbreite“ nicht topfit

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Der Boxsport hat in Stendal eine lange Tradition. Mit der Box-Gala ist ein Kapitel dazugekommen.

Stendal. Die mehr als 100 Jahre alte Sporthalle am Haferbreiter Weg steht vor Auf- und Umbrüchen. Nach einigem Hin und Her sind die Weichen für Stendals Schulneubau gleich nebenan wieder gestellt.

Die mehr als 100 Jahre alte Halle in der Haferbreite.

Wäre die unter Denkmalschutz stehende und schon dieser Tage an Schulsport reiche Halle ein Mensch, könnte sie, ganz Athlet, noch einmal zur Höchstform auflaufen. Dafür dürfte mehr als ein Vitaminstoß nötig sein. Und eher unabhängig davon hilft die Stadt dem 1. Box-Club Altmark Stendal bei der Suche nach einer größeren Trainingsstätte. „Hier bedarf es aber auch noch Gespräche mit den Nutzern anderer Sporthallen und eine bauliche Begutachtung“, informiert Rathaussprecher Philipp Krüger.

Handwerker haben in der Halle immer wieder einmal zu tun, etliche Arbeiten seien bereits erledigt. In absehbarer Zeit sollen weitere Bereiche erneuert werden. Im Zuge der energetischen Sanierung des gesamten Komplexes will die Stadt als Nächstes unter anderem die Fenster austauschen lassen. Für dieses und weitere Vorhaben stehen vor allem dank des Leader-Fördertopfes rund 300  000 Euro zur Verfügung. Einige Nebenräume müssen noch weiter für die Zukunft fit gemacht werden. „Des Weiteren besteht die Absicht, mittelfristig den Umkleide- und Sanitärbereich im ersten Obergeschoss des Eingangsgebäudetrakts zu erneuern“, teilt der Stadtsprecher auf AZ-Nachfrage mit.

Ein prominenter Nutzer der Halle ist der Box-Club. Der Verein präsentiert seit einigen Jahren in einem Saal am Marktplatz die „Stendaler Box-Gala“ und zieht damit auch Menschen von außerhalb an. Die Faustsportler trainieren in einem überschaubaren extra Bereich des Komplexes, nutzen aber auch die Halle selbst. Krüger: „Mit dem Vorstand gibt es regelmäßig Kontakt bezüglich der Organisation der Übungs- und Wettkampfzeiten. So wurden zusätzliche Trainingszeiten in der Sporthalle zur Verfügung gestellt.“ Inwieweit die Boxer ein gänzlich neues Domizil finden können, bleibt abzuwarten. Die Stadt zeigt sich für einiges offen. „Der Box-Club leistet, wie viele andere Vereine auch, eine vorbildliche Arbeit. Große Anerkennung und Wertschätzung gelten allen ehrenamtlichen Kräften.“

Der Stellenwert des 1912 als Viehauktionshalle errichteten Gebäudes sei beachtlich. Der Sportunterricht mindestens dreier Schulen findet bereits dort statt. Mehr als zehn Vereine nutzen den Komplex. Nicht zuletzt sind dort Leichtathletik, Kraftsport, Kegeln, Volleyball und Badminton heimisch. Regelmäßig stehen Punkt- und Pokalspiele sowie Meisterschaften auf Kreis- und Landesebene an. Auch Behördenturniere in Volleyball und Fußball werden in der Haferbreite ausgetragen. „Der Sport ist ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Mit mehr als 80 Sportvereinen und über 7000 Mitgliedern haben wir im Bereich des Sports ein beachtliches Netzwerk und eine gewaltige Kraft im Leben unserer Stadt“, ist Krüger überzeugt.

Von Marco Hertzfeld

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