Arbeiter steigen Haferbreite-Komplex aufs Dach

Markante Sporthalle in Stendal nicht topfit

Die Sporthalle Haferbreite in Stendal steht hinter einem Zaun.
+
In der Haferbreite ist einst Vieh versteigert worden. Der Komplex in Stendal steht unter Denkmalschutz. Im Hintergrund ragt der Kran der Schulbaustelle in die Höhe.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
    schließen

Vor fast 110 Jahre ist sie als Viehauktionshalle errichtet worden. Längst haben in der Haferbreite die Sportler das Sagen. Die Stadt Stendal plant einige Arbeiten im denkmalgeschützten Objekt.

Stendal – Wäre die 1912 als Viehauktionshalle errichtete Halle in Stendal ein Athlet, sie könnte einen Vitaminstoß ganz gut gebrauchen. Wenngleich die Stadt den markanten Bau am Haferbreiter Weg nicht vernachlässigt haben will. „Die Halle soll zukünftig natürlich verstärkt zur Schulsportnutzung dienen“, erinnert Rathaussprecher Armin Fischbach. Der neue Lernort entsteht gleich nebenan, Historie und Modernität sollen möglichst harmonisch miteinander funktionieren. Für die nächsten Monate hat die Stadt für die Sporthalle Arbeiten am Dach sowie im Sanitär- und Umkleidebereich auf dem Zettel. Zudem sei eine „energetisch effiziente Heizungsanlage“ geplant, über die auch die neue Grundschule versorgt werden soll, heißt es auf AZ-Nachfrage weiter.

Hinter mehr als sieben Bergen bei den Vereinssportlern und der Haferbreite-Halle ziehen Arbeiter eine Grundschule hoch. Die Petrikirchhof-Schule im Stendaler Zentrum schließt.

Fläche schon immer stark ausgebucht

„Die Halle ist unstrittig von hoher Bedeutung, was sich am großen Interesse von Sportlerinnen und Sportlern zeigt. Wir können die an uns herangetragenen Nutzungsanfragen kaum decken.“ In Umbau und Sanierung ist in der Vergangenheit schon einiges Geld geflossen. Zurzeit bereite das Bauamt „statisch notwendige Dachsanierungsmaßnahmen im straßenseitigen Kopfbau“ vor. Im Klartext: Handwerker werden der Halle vorn aufs Dach steigen. Diese Arbeiten seien die Grundlage für die Sanierung der Sanitäranlagen und der Umkleideräume im Obergeschoss des Kopfbaus. „Die Maßnahmen sollen 2021/22 umgesetzt werden.“ Zu den Kosten äußert sich der Stadtsprecher noch nicht. Unerheblich dürften die Ausgaben jedenfalls nicht sein.

Kopfbau steht auf Sanierungsliste

„Der Zustand der Halle erfüllt die bisherigen Anforderungen für den Schul-, Vereins- beziehungsweise Freizeitsport“, ist Fischbach nach Rücksprache mit dem Fachamt überzeugt. Der Kraftsport stelle einen gesonderten Schwerpunkt dar, sein Bereich sei naturgemäß noch einmal besonders hergerichtet. Das Domizil der Boxer wurde übrigens in einem Gymnastikraum umgebaut. „Dieser wird von Schulen und verschiedenen Vereinen genutzt.“ Wer es nicht weiß: Die Faustkämpfer sind schon vor einiger Zeit in eine Halle in Süd umgezogen. Und die Haferbreite? „Die neue Grundschule wird den Vereinssport nur wenig tangieren, da der Unterricht ja vorrangig vormittags stattfindet.“ In den vergangenen drei Jahren gab es keine Instandsetzungsmaßnahmen in der so besonderen und traditionsreichen Sporthalle. Die Arbeiten an der Schule haben nach einigem Hin und Her im Juli 2020 begonnen.

Sportive Graffiti auf einem Trafo nahe besonderer Sporthalle links und neuer Grundschule in Stendal rechts.

Lernort wohl erst nach Ostern 2022 fertig

In normalen Zeiten nutzen schon mehrere Schulen und an die zehn Vereine die fast 110 Jahre alte Halle. Fußballer, Volleyballer und Leichtathleten beispielsweise sind dort zugange. Corona hat auch dort einiges verhindert und durcheinandergewirbelt. Dass es irgendwann zu eng werden könnte, befürchtet die Stadt offenbar nicht. „In den letzten 20 Jahren wurde an dem Gebäude keine Erweiterung vorgenommen. Ähnlich gelagerte Planungsabsichten bestehen derzeit auch nicht“, lässt Fischbach wissen. Der Lernort nebenan soll einmal gut 150 Schüler aufnehmen. „Nach wie vor ist von Gesamtkosten in Höhe von circa 7,4 Millionen Euro auszugehen.“ Kurz zur Erinnerung: Anfangs war von 5,3 Millionen Euro die Rede. Und: „Aktuell ist die Fertigstellung nach den Osterferien 2022 geplant.“ Im September war man noch von Februar 2022 ausgegangen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare