Überfall im August 2017: Deutsch-Kasache brauchte Geld für die Beschaffung von Kokain

Spielhallen-Räuber vor Gericht

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Seit dem Raubüberfall auf eine Stendaler Spielhalle im August 2017 sitzt der 35-jährige Angeklagte in U-Haft.

Stendal. Er soll maskiert gewesen sein, als er die Mitarbeiterin einer Stendaler Spielothek am 9. August vergangenen Jahres mit einer Schreckschusspistole bedrohte, um an Bargeld zu kommen. Er habe das Geld für die Beschaffung von Drogen, insbesondere von Kokain gebraucht, sagte der 35-Jährige, der sich seit Freitag wegen räuberischer Erpressung vor dem Landgericht Stendal verantworten muss.

Mit dem erbeuteten Geld in Höhe von knapp 900 Euro flüchtete der Täter, wurde aber kurz darauf von der Polizei festgesetzt. Seitdem sitzt der Deutsch-Kasache in Untersuchungshaft, wo er als „gewalttätig“ wahrgenommen wird.

Bereits vor dem Überfall auf die Spielhalle war der Mann kein „unbeschriebenes Blatt“. Drei weitere Taten werden derzeit vor Gericht aufgerollt: Bereits am 12. April soll er eine Frau nach einem Einparkmanöver ihrerseits heftig beleidigt haben, weil er der Auffassung war, sie hätte sein Auto beschädigt, was nicht der Fall war. Als ein fremder Mann der Frau zu Hilfe eilte, soll der 35-Jährige massiv auf diesen eingeschlagen und -getreten haben. Dazu erklärte der Angeklagte: „Ich habe mich durch ihn provoziert gefühlt“. Das Opfer musste für mehrere Tage stationär behandelt werden.

aus dem gericht

Rund sechs Wochen später, am 28. Mai, soll er in der besagten Spielhalle, in der übrigens auch die Lebensgefährtin des Angeklagten angestellt ist, brutal auf einen Mann eingeschlagen haben. Dem 35-Jährigen wird als Motiv Bereicherung unterstellt, da der Mann zuvor 200 Euro gewonnen haben soll. Nach den Angaben des 35-Jährigen soll das Opfer die Partnerin des Angeklagten mehrfach belästigt haben. Nachdem es bereits drinnen zur Auseinandersetzung kam, woraufhin das Opfer flüchtend auf den Parkplatz lief, soll der Angeklagte auch auf dem Parkplatz nicht von dem Mann abgelassen haben. Das Opfer erlitt unter anderem Prellungen an Schädel, Brustkorb und im Bauchbereich sowie einen Riss im Trommelfell, der operativ behandelt werden musste.

Weiterhin wird dem Angeklagten eine Verkehrsunfallflucht zu Lasten gelegt, die sich im vergangenen Juli ereignet haben soll. Zu dem Zeitpunkt verfügte der Mann über keine gültige Fahrerlaubnis.

Die Hauptverhandlung im Landgericht Stendal ist öffentlich, der nächste Termin findet am Freitag, 2. Februar, um 9 Uhr in Saal 121 statt. Mit dem Urteil wird am 14. Februar gerechnet.

Von Charlotta Spöring

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