Kommune sieht tierische Helfer in Sonderrolle / Neues Regelwerk kommt in den Stadtrat

Spezielle Hunde ab 2020 in Stendal steuerlich von der Leine

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Ein Jagdhund trägt eine geschossene Gans vom Feld. Für Gebrauchshunde soll die Steuer wegfallen.

Stendal – Jagd- und Gebrauchshunde kommen steuerlich von der Leine. Was im April auf den Weg gebracht wurde, hat der Stadtrat nun schwarz auf weiß zum Beschluss vorliegen.

In der Einheitsgemeinde Stendal gibt es laut Verwaltung geschätzt an die 30 Jagdhunde und noch einmal so viele sonstige Hunde, deren Besitzer zum 1.  Januar ebenfalls von der Steuer befreit werden sollen.

Unterm Strich dürften der Kommune damit jährlich etwa 3600 Euro verloren gehen. Das ist nicht die Riesensumme und der Verzicht darauf soll eine Würdigung der Arbeit sein. Der Stadtrat bekommt die Satzung zur Änderung am 14.  Oktober auf den Tisch, Ausschüsse und Ortschaftsräte betrachten sie ab nächster Woche.

Bedacht sind neben den Jagdhunden auch weitere sogenannte Gebrauchshunde, etwa jene, die im Such-, Sanitäts- oder Rettungsdienst anerkannter Organisationen wie Deutsches Rotes Kreuz und Johanniter-Unfall-Hilfe eingesetzt sind. Von der Steuer befreit werden sollen auch Therapiebegleithunde und Hunde, die ausschließlich der Unterstützung blinder, gehörloser oder sonstiger hilfsbedürftiger Menschen dienen. Auch Herdenschutzhunde sollen unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei arbeiten können. Polizeihunde fallen laut Verwaltung nicht unter die neue Regelung, da diese von vornherein und gemäß einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nicht zu besteuern sind.

Peter Jeding, Jägerschaft Wahrburg/Röxe, hatte im Frühjahr den Anstoß gegeben, stellvertretend für die Weidmänner in ganz Stendal und mit Blick auf geprüfte Hunde in Wald und Flur. Im Stadtrat fand dies breite Zustimmung bei den Parteien. Hege und Pflege des Wildbestandes seien wertvoll, ja gehöre die Jagd zum Leben auf dem Land dazu, eine nachhaltige Nutzung des Waldes sei ohne Hund unmöglich. Und Nutztierhalter müssten sich wegen des Wolfes immer mehr teure Hunde zulegen, hieß es ebenfalls. Ausgebildete Hunde seien sogar wichtig für den Naturschutz, wenn es etwa um die Nachsuche getroffenen Wildes gehe. Kurzum: Eine Befreiung von der Steuer soll ein passendes Bekenntnis zu allem sein.  tz

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