Stadt kämpft mit Falschparkern und ums Sanieren des zentralen Platzes

Sperlingsberg stolpert ins Abseits

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Stolperfallen tun sich einige auf dem Sperlingsberg im Herzen der Stadt auf.

Stendal – Die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes hat den Wagen längst gesehen, auch auf der anderen Seite stehen Pkw. Eine Frau fährt ihr regelrecht in die Arme, diskutiert, räumt widerwillig das Feld und kehrt nach gut zehn Minuten zurück.

Die Kontrolleurin ist in dem Moment schon einige Ermahnungen und einen Straßenzug weiter.

Anwohner dürfen den Platz passieren.

Auf dem gesamten Sperlingsberg herrscht Parkverbot, doch daran halten sich bei Weitem nicht alle. Dass Fahrzeuge dem Gelände am Ende der Einkaufsmeile Breite Straße stark zugesetzt haben, früher noch mehr als heute, davon ist man in der Stadtverwaltung fest überzeugt. Das Pflaster ist gezeichnet, es gibt Wellen und Dellen, mitunter sind Steine locker oder liegen sogar schon obenauf.

„Der Schaden entstand durch die ehemals zugelassene Parkplatznutzung und die damit einhergehende Belastung durch den Verkehr“, ist Rathaussprecher Armin Fischbach überzeugt. Das Parkverbot gilt seit Oktober 2015. Derzeit werde es wieder häufiger missachtet, mindestens zehn Euro Bußgeld drohen. „Die Hansestadt Stendal kritisiert dieses ordnungswidrige Verhalten aufs Schärfste. Gerade durch die angelaufenen Bauarbeiten auf dem Schadewachten fühlten sich Parksünder sicher. „Doch der Bereich wird täglich streng kontrolliert, was auch durch die kurze Entfernung zu den Gebäuden der Stadtverwaltung ein Leichtes ist.“ Durch die zentrale Lage kämen die Kollegen mehrmals täglich dort vorbei.

Einer der bedeutendsten historischen Plätze der Altstadt weist erhebliche Schäden auf und muss erneuert werden. Daran lässt der Rathaussprecher keinen Zweifel. Erste Überlegungen und Gespräche für eine Sanierung des Sperlingsberges gab es bereits 2016. Passiert ist bislang nichts. „Die Verschiebungen sind vor allem mit den begrenzten baulichen Personalressourcen, sowohl bei uns als auch im gewerblichen Sektor, und dem Vorrang anderer Projekte zu begründen.“ Doch nun scheint es zu passen, Fördermittel für den Städtebau liegen vor, Geld für Planungen ist dieses Jahr im Haushalt eingestellt. Zu den möglichen Kosten und einem Baustart, äußert sich Fischbach noch nicht.

Der Bereich darf seit mehr als vier Jahren nur noch zum Be- und Entladen und Halten (eingeschränktes Halteverbot) befahren werden. Anlieger dürfen über das Areal ihre Grundstückseinfahrten ansteuern, aber nicht auf dem Platz parken. Eine genaue Zahl der Kontrollen kann Fischbach nicht nennen. „Es handelt sich aber fraglos um einen der meistkontrollierten Plätze der Innenstadt. Die Stelle haben wir somit täglich auf dem Schirm.“ Falschparker mit einer Schranke fernzuhalten, sei momentan nicht vorgesehen. Dies würde den Rettungsdienst einschränken und die Ausnahmen für die Anlieger. „Die Hansestadt vertraut in diesem Fall auf strikte Kontrollen und die Vernunft der Bürger.“

Der Sperlingsberg verbindet die Fußgängerzone Breite Straße mit dem Schadewachten, der historischen Prachtstraße der Stadt, das Theater ist nur einen Katzensprung entfernt. Auf dem Platz steht die Sperlingsida, ein Steinbrunnen und Wahrzeichen. Die räumliche Gestaltung des Platzes soll vom Grundsatz her gleich bleiben. Die Oberfläche wird erneuert, wie genau der Steinbelag aussehen soll, muss sich noch zeigen. Geld soll auch in Bänke und die Straßenbeleuchtung gesteckt werden. Fischbach nennt das „eine komplette Neumöblierung“. Eine Reinigung der Sandsteinfigur des Brunnens ist bereits vorgesehen, eine aufwendigere Restauration „perspektivisch notwendig“.

VON MARCO HERTZFELD 

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