„Das müsste ich mir alles genau überlegen“

SPD-Mandat ein pikantes Erbe: Auch Kossebauerin könnte im Bundestag landen

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Aus der Altmark nach Berlin: Momentan ist noch unklar, wer für Burkhard Lischka in den Bundestag rücken wird

Stendal / Kossebau – Sollte die Stendalerin Marina Kermer nicht für Burkhard Lischka im Herbst in den Bundestag nachrücken wollen, kommt eine gute alte Bekannte ins Spiel. Franziska Kersten aus Kossebau, Altmärkische Höhe, steht auf der SPD-Landesliste an Position sechs.

Ob sie das Mandat annehmen würde, dazu möchte sich die 50-Jährige aktuell noch nicht groß äußern.

Nur so viel: Auch andere berufliche Wege scheinen möglich. Kersten gegenüber der AZ: „Das müsste ich mir alles genau überlegen.“ Pikant ist das mögliche Erbe allemal.

Franziska Kersten aus Kossebau.

Kersten hatte sich 2017 für die Direktkandidatur im Nachbarwahlkreis Börde-Jerichower Land gewinnen lassen. Das sorgte im Kreisverband Stendal für Unruhe. Die Altmärkerin war dort Vize-Vorsitzende. Ralf Bergmann, früheres Landtagsmitglied aus Hohenberg- Krusemark, sah einen Interessenkonflikt, im Kampf um einen möglichst guten Listenplatz für Kermer (58) einen unfairen Wettbewerb und forderte Kerstens Rücktritt vom Parteiamt. Beide Frauen verfehlten damals das Direktmandat. Auch Listenplatz vier reichte für Kermer nicht.

Zwischen Kermer und Kersten steht Eberhard Brecht (68) auf Rang fünf, ein erfahrener Bundespolitiker und späterer Bürgermeister in Quedlinburg. „Für mich mitentscheidend ist, ob der Wähler die Arbeit der SPD bei der Europawahl im Mai honorieren wird oder nicht.“ Ein Fingerzeig für die Große Koalition aus Union und SPD. „Hält die GroKo nicht und Neuwahlen stehen an, ist das Thema für mich natürlich ganz erledigt. Und eigentlich habe ich mich auch schon an mein aktives Rentnerdasein gewöhnt“, sagt Brecht der AZ.

Damit könnte der Weg ohne Kermer und Brecht frei sein für Kossebauerin Kersten. So oder so: Mit Kermer oder Kersten stiege die Zahl der Altmärker von vier auf fünf. Momentan vertreten die Region Eckhard Gnodtke (CDU), der vor zwei Jahren das Direktmandat holte. Über die Landesliste ihrer Partei gelangten Matthias Höhn (Linke), Marcus Faber (FDP) und Matthias Büttner (AfD) in das Bundesparlament. SPD-Landesvorsitzender Lischka (Magdeburg) hat angekündigt, alsbald in seinen Beruf als Notar zurückkehren zu wollen.

VON MARCO HERTZFELD

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