BIS-Projekt hat nach Goldbeck größere Orte wie Rochau und Iden im Blick

Soziale Ehrenamtliche „wollen nun aufs Land“

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Gerbera für Ehrenamtliche: Projektleiterin Babett Jungblut überreicht Michael Schulze sein Abschlusszertifikat. Der Rolandstädter ließ sich seit Oktober in Stendals Hochschule sozial bilden.

Goldbeck. „Wie kommen wir von der Theorie in die Praxis?“, diese Frage stellte Babett Jungblut in den Mittelpunkt des Kontakttreffens für das Projekt „Selbstbestimmtes Leben auf dem Land“.

Seit Oktober beteiligten sich Ehrenamtsinteressierte an der Schulungsreihe „Soziale Betreuung“. Sie qualifizierten sich in 60 Stunden zu Themen wie Demenz, Pflegeversicherung und kreatives Gestalten. Auch Betreuungskonzepte, Kommunikation, Konfliktmanagement und rechtliche Grundlagen wurden während der Mittwochs- und Samstagsveranstaltungen in der Hochschule Magdeburg-Stendal thematisiert. Ziel ist es, haushaltsnahe Dienstleistungen und Entlastungsangebote für Betroffene und Angehörige in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck zu etablieren.

„Das ist nichts neu Erfundenes“, erläuterte die Projektleiterin der AZ. Bereits seit Jahren sammelte die Bürgerinitiative Stendal (BIS), die Träger des Projektes ist, Erfahrungen dazu in Stendal. Nicht zuletzt auch mit der Tagesstätte des Vereins zeige sich, dass derartige Betreuungsangebote sinnvolle Ergänzungen bestehender Strukturen seien. So können beispielsweise Pflegedienste und Angehörige entlastet werden, während den Betroffenen die häusliche, selbstbestimmte Lebensqualität erhalten bleibt.

„Damit wollen wir nun aufs Land“, sagte Jungblut. Man habe sich für die Region Goldbeck entschieden, weil dort bisher keine Angebote vorhanden seien. Modellhaft sollen nun auch in Rochau, Hohenberg-Krusemark oder Iden Kontakte mit Ehrenamtlichen geknüpft werden, die eine Aufwandsentschädigung erhalten.

Wie die Etablierung erfolgen kann, diskutierten geschulte Ehrenamtliche im Goldbecker Verwaltungsgebäude. Ansatzpunkte seien Kirchgemeinden, Handarbeitskreise, Landfrauen und die Volkssolidarität. Dort soll für das Projekt geworben werden. Aber auch Aushänge bei Frisören, Bäckern und Dorfläden sind geplant.

Von Benjamin Kobelt

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