Bahnhofsmission startet Probebetrieb am 2. Januar / Eröffnung im April

Sozialauftrag an Gleis 1

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Brunhilde Schröder (l.) und Eva-Maria Maitre leiten Stendals Bahnhofsmission ehrenamtlich. Zurzeit zählen acht Ehrenamtliche zu ihrem Team.

Stendal. Für die räumliche Basis der Bahnhofsmission Stendal, die am 2.  Januar mit Bahnsteigdienst ihren Probebetrieb bis zur Eröffnung am 1.  April beginnt, ist ein Pakt geschlossen worden.

Unbefristet und unentgeltlich stellt die Deutsche Bahn AG fünf Räume auf 140 Quadratmetern direkt an Gleis 1 zur Verfügung. Den Mietvertrag unterzeichneten Regionalbereichsleiter Südost Michael Müer und Superintendent Michael Kleemann gestern Nachmittag im Besprechungsraum des Bahnhofsgebäudes.

Die Anlauf- und Hilfsstelle für Reisende läuft in Trägerschaft des Kirchenkreises Stendal. Er steuert für zunächst drei Jahre seinen Anteil für das Projekt bei, das Kleemann „gern ökumenisch“, also in Kooperation mit der regionalen katholischen Kirche betrieben hätte. Dazu kam es aber nicht, dafür jedoch wurde der bevorstehende Start in gut eineinhalb Jahren auf die Beine gestellt. Dies beeindruckte auch Müer, der weiß, dass etwa über den neuen Bahnhofstunnel schon seit dem Jahr 1998 diskutiert wird.

Nun seien die Aufträge ausgelöst, um das ebenerdige Domizil mit Küche, Aufenthaltsraum, Mitarbeiterzimmer, Leiterinnen-Büro und einem speziellen „Raum der Stille“ herzurichten sowie die benachbarte Bahnhofstoilette zu renovieren. Die Räumlichkeiten beherbergten einst die Gepäckaufbewahrung und waren zuletzt Dienstsitz der Bahnhofsansager. Für die Kosten von voraussichtlich 90 000 Euro kämen Land und Bahn auf. Die Bahnhofsmission Stendal ist die sechste in Sachsen-Anhalt, was keine Selbstverständlichkeit sei, wie das Beispiel Thüringen beweise, wo keine einzige Einrichtung dieser Art existiere, wie der Regionalbereichsleiter erklärte.

Die beiden ehrenamtlichen Leiterinnen Brunhilde Schröder und Eva-Maria Maitre sind für Stendals Superintendent ein „multibegabtes Team“. Seit drei Monaten bereiten sie den Start vor, der unter „Geburtshilfe“ der Bahnhofsmission Halberstadt über die Bühne geht. Dazu gab es Konsultationen bei Amtskollegen auf Nachbarbahnhöfen in  Uelzen, Halberstadt, Halle und Magdeburg und sind notwendige Grundausbildungen absolviert worden.

Obwohl das Team in der Ex-Gepäckaufbewahrung hilfreich sein wird, stellt Schröder klar: „Wir sind keine Gepäckträger und geben auch kein Geld raus.“ In naher Zukunft will die Mission auch Mobilitätsbegleitung für Ältere und alleinreisende Kinder anbieten.

Von Antje Mahrhold

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