„Leidtragende sind die Kommunen“

Sorge um Folgekosten: Österreichisches Patent verfugt Glasfaser in Uchtspringe turboschnell

Glasfaserkabel-Montage in Uchtspringe im Mai 2021 per Schlitz nach österreichischem Patent
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Glasfaserkabel-Montage per Schlitz nach österreichischem Patent.
  • Antje Mahrhold
    VonAntje Mahrhold
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Stendal – „Es wird Frostschäden an den Straßenkörpern geben“, sieht Fraktionsvorsitzender Christian Röhl (FSS/BfS) durch „Nano-Trenching“ womöglich hohe Folgenkosten auf das Stendaler Stadtsäckel zukommen.

Die neue Technologie mit Diamantschneider und Zweikomponenten-Epoxidharz-Klebstoff ist ein Patent aus Österreich, das einen zeit- und geldsparenden Einbau von Internet-Glasfaserkabeln mit einer Art „Zwerggraben“ ermöglichen soll. Dies legt auch die Übersetzung des Fachbegriffs, „trenching“: Graben, „nãnos“ (griechisch): „Zwerg“, nahe.

Im Auftrag eines Mobilfunkbetreibers sind Montagetrupps derzeit sowohl in der Kernstadt, etwa im Bereich Arnimer Damm, und auch im Raum Uchtspringe im Einsatz. Bei Börgitz hat das Unternehmen aktuell einen Technikstandort eingerichtet. Die Mitarbeiter gingen dabei quasi wie in der minimalinvasiven Chirurgie vor. „Heutzutage würde auch niemand mehr das ganze Knie aufmachen, um einen Meniskus zu operieren“, hat dazu Vodafone-Glasfaser-Bereichsleiter Jürgen Raith erklärt. Angewandt werde ein spezielles Asphaltschneide- und Verfüllverfahren. Da Leerrohre üblicherweise nur wenige Zentimeter dick seien, sei ein großflächiges Öffnen des Bodens unnötig. Mit dem patentierten Stufenschnitt werde eine Fuge geschaffen, deren Größe von Anzahl, Art und Dicke der Kabel abhängig sei. Die Tiefe variiere zwischen sechs und 18 Zentimetern.

„Das ist ein Riesenproblem“, macht sich auch Wolfgang Eckhardt (FSS/BfS) große Sorgen um kostenintensive Straßenschäden durch die Technik. „Die Leidtragenden sind die Kommunen“, will Fraktionsvorsitzender Thomas Weise (CDU/Landgemeinden) nicht einsehen, dass es keine rechtliche Möglichkeit der Stadt gegen einen solchen Eingriff in öffentlichen Grund gebe. Dies hatte Stendals Bauamtschef Georg-Wilhelm Westrum jüngst im Stadtentwicklungsausschuss berichtet. Entsprechende Prüfungen seien ergebnislos geendet. Dass Städte und Gemeinden für Ausgaben geradestehen müssten, die nach Internetkabel-Schlitzen im Asphalt zu erwarten und befürchten seien, sei jedenfalls unverständlich.

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