Sonnenkraft von Stendaler Dächern soll die Stadtkasse füllen

CDU-Ratsfraktion will Stadtdächer nutzen

Die neue Halle des Stendaler Bauhofs hat ein großes Dach.
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Nagelneu, aber noch Module auf dem Dach wird die Bauhof-Halle als mögliches Objekt favorisiert. 
  • Antje Mahrhold
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Stendal – Wie die Nachbarkommune Arneburg-Goldbeck sieht sich auch die größte Stadt der Region aktuell „vermehrt“ von Bauwünschen meist auswärtiger Investoren für Freiflächen-Solaranlagen überrannt

„Wir müssen einen prozentualen Anteil pro Gemeinde festlegen“, fordert Hassels Bürgermeister Alf Diedrich (CDU) vor Kurzem (AZ berichtete. Sein Zuständigkeitsgebiet liegt vor den Toren der Kreisstadt und verzeichnet derzeit verbandsgemeindeweit die meisten Anfragen für Fotovoltaikanlagen großen Stils.

Auf finanziell möglicherweise positive Folgen durch den Strom aus der Kraft der Sonne setzt Stendals CDU/Landgemeinden-Stadtratsfraktion Hoffnung. Sie will jedoch auch verhindern, dass „landwirtschaftliche Flächen“ versiegelt würden – wenn doch stattdessen städtische Stendaler Gebäude mit „Aufdachanlagen“ aufgerüstet werden könnten. „Die Nutzung erneuerbarer Energien ist ein signifikanter Stellhebel für den Klimaschutz und die CO2-Reduzierung. Hieran sollte auch die Stadt Stendal ihren Anteil leisten“, begründet Fraktionsvorsitzender Thomas Weise den Antrag „Potenziale für erneuerbare Energie nutzen“, der am 28. April im Stadtentwicklungsausschuss im Rathaus zur Debatte steht.

Besonders geeignet seien demnach große Dachflächen, wie das der Theaterwerkstatt am Langen Weg und auch die nagelneue Bauhof-Halle an der Arneburger Straße. Außerdem könnten die Dächer diverser Stendaler Schulen mit Solarpaneelen bestückt werden. Mit dem Verpachten der Dachflächen an Betreiber von Solaranlagen lasse sich „eine Zusatzeinnahme für die Stadt generieren“, hofft der Fraktionsvorsitzende.

Für einen besseren Überblick auf alle in Stendal in Frage kommenden Objekte soll die Verwaltung bis Ende September eine Liste vorlegen. Darin aufgeführt werden sollen dann alle stadteigenen Immobilien, die eine Dachfläche von mehr als 500 Quadratmeter haben. Bestandteil des neuen Registers soll nach dem Wunsch der christdemokratischen Ratsfraktion auch jeweils ein Luftbild der Objekte sein. In diese Fotos soll zur besseren Auswahl jeweils auch der Nordpfeil eingezeichnet werden. Der Hinweis auf die Himmelsrichtung ist beim Ermitteln Tauglichkeit der Gebäude bedeutsam. „Wir wollen die Möglichkeiten sichten“, kündigt Weise nach dem Vorliegen der Liste eine generelle Beratung im Stadtrat an.

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