Brachenbilanz: 601 Objekte auf 400 Hektar in drei Gebieten der Ostaltmark

„Solch eine Sisyphusarbeit können wir nicht leisten“

Um Vermarktung und Umnutzung der Arneburg-Goldbecker, Osterburger und Bismarker Brachflächen soll sich ab 2015 eine Fachkraft kümmern. Fotos (2): Mahrhold

Arneburg-Goldbeck/Osterburg/Bismark. Ob Ex-LPG-Stall, Alt-Deponie, verwucherter Restbauernhof, einstiger Kindergarten, alte Schule oder einsturzgefährdete Bruchbude: Auf 70 A4-Seiten spiegelt sich der aktuelle Leerstand in und um Arneburg-Goldbeck, Osterburg und Bismark.

Seit September 2013 wurde mit Hilfe von 80 Prozent Fördergeld aus dem Topf „Demografie in Sachsen-Anhalt“ von BIC Stendal und Regionalagentur „Landleute“ aufgelistet, wo genau Brachland in den Zuständigkeiten der Verbands- und Einheitsgemeindebürgermeister Eike Trumpf (Arneburg-Goldbeck), Nico Schulz (Osterburg) und Verena Schlüsselburg (Bismark) schlummert.

Resultat ist: Auf 824 Quadratkilometern mit 28 500 Einwohnern in 115 Orten auf einem Drittel der Landkreisfläche sind nun exakt 601 Brachflächen bekannt. Dieser ungenutzte Raum nimmt circa 400 Hektar ein. 179 Brachen gibt es allein in Arneburg-Goldbeck auf rund 150 Hektar Fläche. Für Osterburg listet die Bilanz 183 Leerstandsobjekte auf 100 Hektar auf. Die meisten ungenutzten Orte hat Bismark mit 239 Brachen auf rund 150 Hektar. Zur Finanzierung des „Immobilienkatalogs“ haben die drei beteiligten Gebiete je 2000 Euro beigesteuert.

Trumpf, Schulz und Schlüsselburg rechnen ab 2015 mit einer Fortsetzung ihrer Brachflächen-Initiative. „Solch eine Sisyphusarbeit hätten wir nicht leisten können“, ist auch Osterburgs Einheitsgemeindebürgermeister über die hohe Anzahl an Brachflächen überrascht. Nico Schulz setzt wie seine Amtskollegen von Bismark und Arneburg-Goldbeck auf die Weiterführung des Katasters.

„Wir wollen die Standorte weiterentwickeln und vermarkten“, kündigt Eike Trumpf an. Deshalb soll eine Fachkraft eingestellt werden, die sich um Vermarktung und Umnutzung der Leergebiete kümmert. Für die ostaltmärkischen Frei-Areale soll in Ballungsräumen, wie etwa Berlin, geworben werden. Bundeshauptstädter hätten Erholungsorte entlang der Elbe längst als Zweitwohnsitze entdeckt, wie Beispiele aus Werben und Sandauerholz belegten.

Für die Immobilien-Offensive muss sich der neue Brachflächen-Verantwortliche vor allem mit Privateigentümern abstimmen, denn deren Besitz macht den größten Teil der Vakanzgebiete aus. Zu 70 Prozent handelt es sich um Althöfe, Deponien und Landwirtschaftsflächen.

Von Antje Mahrhold

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare