Archäologen-Thementag für Familien im Stendaler Winckelmann-Museum

Wo Skelette und Scherben im Sand warten

Der sechsjährige Maarten war zu Gast bei Tante Silvana und Cousine Tina und durfte auch gleich ein Skelett freilegen. Der junge Hamburger war sichtlich begeistert von seinem Fund. Fotos (2): Pohlmann

pm Stendal. Wenn das Kinder- und Erlebnismuseum Stendal mit vielfältigen und lehrreichen Themen zum Familiensonntag einlädt, ist das Interesse immer groß.

So war es auch wieder am Sonntag, denn über 20 Kinder aller Altersstufen waren mit den Eltern oder Großeltern zur diesjährigen Auftaktveranstaltung gekommen. Zu Beginn lauschten die Besucher aufmerksam den Schilderungen von Museeumsmitarbeiterin Gudrun Walinda, die über die überlieferten geschichtlichen Zusammenhänge im Krieg um Troja berichtete und welche Rolle dabei das Trojanische Pferd spielte.

Nach dem Vortrag standen die Gäste beeindruckt vor dem fast 19 Meter hohen hölzernen Pferd und unternahmen auch den Aufstieg. Anschließend lud der pädagogische Museeumsmitarbeiter Leonhardt Falke ins Archäologencamp ein. Nach einer Einweisung und Schilderung, wie vorsichtig Archäologen bei den Grabungen vorgehen, begannen die schon etwas aufgeregten Kinder in den einzelnen Segmenten behutsam die Grabungswerkzeuge wie Zungenkelle, Schaufel und Pinsel einzusetzen. Dabei aufmerksam beobachtet von den Erwachsenen. Der sechsjährige Toni war der Erste, der laut rief: „Ich habe Scherben gefunden!“ Das weckte natürlich den Ehrgeiz der Mitstreiter und es dauerte nicht lange, da zeigte Maarten (6), der aus Hamburg in Stendal zu Besuch weilt, der Mutter seiner Cousine Tina ein im Sand liegendes Skelett.

Der Hobbyarchäologe Ninus legte nebenan mit dem Pinsel vorsichtig einen Krug frei. Die Erwachsenen standen dabei, aber nicht untätig daneben. Sie begleiteten die Arbeit der Kinder mit Hinweisen, hielten in der Prospektionsskizze den Fundort fest und erläuterten die Fundstücke wie Masken, Brunnenringe, Schalen und welche Bedeutung diese in früheren Zeiten hatten. Um auch die kleinsten Fundstücke nicht zu übersehen, wurde der Sand noch durch ein Sieb geschüttet. Am Ende des Tages zeigten alle stolz ihre Grabungsprotokolle.

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