„Sind cooler geworden“

Bereichsleiter Martin Wollenberg interviewte Mewes Groschopp und Franziska Hönow.

dms Stendal. Von Blasen an Füßen und abendlich „schönsten Erlebnisse“ berichteten Mewes Groschopp und Franziska Hönow im Club Eckstein.

Er wollte ursprünglich in die Schweiz. Sie hatte im vorigen Jahr einen Bericht über den Jakobsweg gelesen. Danach lasen sie den diesbezüglichen Bestseller von Hape Kerkeling („Ich bin dann mal weg“). Beide zusammen, nämlich Franziska Hönow und ihr Freund Mewes Groschopp aus Rochau, wanderten in den Sommerferien 2009 in fünf Wochen beziehungsweise an 33 Tagen um die 900 Kilometer auf dem Jakobsweg.

So erfahren es Freitagabend die Gäste des Jugendclubs Eckstein an der Heinrich-Zille-Straße in Stadtsee. Bunt gemischt ist das interessierte Publikum – zwischen zehn und 70 Jahren. Der Bild- und Tonvortrag nimmt einen kurzweiligen Verlauf.

In Saint-Jean-Pied-de-Port beginnt für die Teenies die Pilgerreise nach dem Anflug dorthin. In den ersten Tagen sind die Wanderabschnitte relativ kurz, durchschnittlich zwischen 25 und 40 Kilometer. Sie haben jeweils zwölf Kilogramm Minimalgepäck in Rucksäcken mitzuschleppen.

Unterwegs treffen „Fränzi“ und Mewes Freunde aus Slowenien, Frankreich, den USA, den Niederlanden und anderen Nationen. Ein älterer Österreicher ist direkt von seiner Haustür aufgebrochen und legt insgesamt um die 2000 Kilometer zurück. „So war es früher bei einer derartigen Pilgerreise“, spricht Mewes ins Mikrophon.

Immer wieder trifft man sich abends in den Pilgerweg-Herbergen. Zwischen 10 und bis zu 140 Betten fassen die Übernachtungsräume. „Solche Abende waren die schönsten Erlebnisse“, meinen beide. Eine der schönsten Erinnerungen ist auch das Feuerwerk über Santiago de Campostela, dem eigentlichen Ziel der Pilgerreise.

Aber sie laufen die 90 Kilometer bis zum Cap de Finisterre, dem „Ende der Welt“ weiter. Die Jugendlichen erhalten die „Compostela“ und die „Finisterre“ – zwei Urkunden für ihre Pilgerleistungen. Zurück wird getrampt beziehungsweise der Weg mit einer deutschen Familie im Reisebus zurück gelegt.

„Blasen an den Füßen hatten wir nur jeweils drei- oder viermal“, beantwortet Fränzi eine Frage der Zuschauer und lacht dabei. Als Erfahrung meint Mewes am Ende des ersten Vortrages dieser Art: „Auf der Wanderung sind wir abgeklärter geworden, irgendwie cooler.“ Bleibt noch, den beiden ist ein gutes Abiturzeugnis zu wünschen.

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