Hitzige Debatte über neue Streugut-Lagerhalle am Uchtewall / Ausschuss einstimmig dagegen

„Sie treiben uns vor sich her“

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Der Bauhof soll laut einer Stadtrats-Entscheidung vom Februar 2015 an Ort und Stelle saniert werden. Der erste Schritt wäre der Bau einer Streugut-Lagerhalle. Der Ausschuss für Stadtentwicklung sprach sich jedoch einstimmig dagegen aus. Foto: AZ-Archiv/mih

Stendal. „Jetzt legen Sie uns diesen Beschluss vor und treiben uns vor sich her. Das kann ich nicht akzeptieren, das ist skandalös“, ärgerte sich Stadtrat Dr.

Henning Richter-Mendau (CDU) über den Vorschlag der Stadt, auf dem Gelände des Bauhofes am Uchtewall eine Streusalz-Lagerhalle zu bauen. „Ich habe mit Manfred Krüger von der Landesstraßen-Baubehörde gesprochen und er rät dringend, einen anderen Platz für die Salzhalle zu finden“, so Richter-Mendau weiter. Der Bauhof, der auch das Amt für technische Dienste beheimatet, gab im Stadtentwicklungsausschuss am Mittwochabend Anlass zu einer hitzigen Debatte.

Zum Hintergrund: Der Bauhof befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand. Um die Situation für die Mitarbeiter am Uchtewall zu verbessern, gab es zu Beginn des Jahres zwei Alternativen. Entweder sollte der Bauhof an Ort und Stelle saniert werden oder komplett an einen anderen Standort, etwa an die Arneburger Straße, umziehen. Der Stadtrat entschied mehrheitlich am 23. Februar für eine Sanierung am Uchtewall, die kostengünstigere der beiden Varianten. Der Neubau der Streugut-Lagerhalle ist laut der aktuellen Beschlussvorlage die „erste dringlich umzusetzende Baumaßnahme“. „An der Arneburger Straße haben wir rund 15 000 Quadratmeter städtisches Gelände. Logistisch ist das gar kein schlechter Standort“, sagte Richter-Mendau. „Es geht auch um eine mögliche Lärmbelästigung der Anwohner“, erinnert Katrin Kunert (Linke) an den zentralen Standort des Bauhofes in der Nähe des Stadtsees.

Auch CDU-Rat Dirk Hofer zeigte sich mit der Vorlage unzufrieden. „Wir haben so viele Gewerbegebiete, wo man durchgucken kann, weil so wenig los ist. Da muss eine Salzhalle nicht so nah an einem Wohngebiet gebaut werden“, so Hofer.

„Logistisch muss sich die Salzhalle in der Nähe des Bauhofes befinden. Denn dort ist auch die nötige Technik für die Streufahrzeuge“, informierte Silke Pidun, Leiterin des Amtes für technische Dienste, die Anwesenden. Die Nutzung von Silos, nach denen sich Stadtrat Norbert Kammrad (CDU) erkundigte, seien keine nutzbare Alternative. „Silos haben einen großen Nachteil. Wenn wir, wie im Vorjahr, einen milden Winter haben, setzt sich das Salz im Silo fest und wir kriegen es nie wieder raus“, so Pidun weiter. Silos würden sich besser für Landes- und Bundesstraßen oder Autobahnen eignen. Letztlich stimmten alle Ausschussmitglieder gegen den Bau der Streugut-Lagerhalle am Uchtewall. Bislang wurden zwei Standorte für die Lagerung des Streusalzes genutzt. Die Lagerung in einer Halle am Uchtewall 7 wird nicht mehr möglich sein, da diese künftig anders genutzt werden soll. Auch ein zweites Grundstück an der Georgenstraße steht seit Mai 2015 nicht mehr zur Verfügung.

Von Mike Höpfner

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